Ein ganz normaler schöner Sommer-Blockbuster

Veröffentlicht: 31. Juli 2015 von mateschrank in Abrams, Abramsverse, Hans Zimmer, Schwarzenegger, Synchronsprecher, Terminator

Bild von Flicker (https://www.flickr.com/photos/nathaninsandiego/2723935244/in/photolist-59GT3L-7A91aL-9yqf58-cwyrXf-9prD-dWisS4-4PshJb-n75TYv-67gPhg-6nf29A-nNEj8-88DJSw-4tBby6-arQFp1-9FwT97-q3Gi9Y-88Av58-9FBJ7Q-9Uv9YD-8dgE2D-5cjFSh-5cfiRX-ax4Z2k-6naH96-6Hi3eR-axRpfd-6kf2r1-9gXh7w-m5b8gn-7fej1f-9aRJpM-6nf2tj-a7p28Z-d4SYAL-2PBcZN-9w1XJZ-bdDy6e-6neSEh-6T97KB-6qbNqA-9w1XGT-8j2Bp1-pR9Kn5-76eMNL-atV6P2-4ebuUH-ufgzTN-cnYigW-cVMBi-tncLx)* Review (spoilerfrei) von ‚Terminator: Genisys‘ mit Arnold Schwarzenegger *

Zum ersten Mal seit 2003 kommt diesen Sommer die „Styrian Oak“ auf die große Leinwand. Viele haben bei ‚Terminator: Genisys‘ nur das Schlimmste erwartet, doch diese Stimmen müssen enttäuscht werden. ‚Terminator: Genisys‘ ist ein interessanter Remix, der viel mit Zeitreisen spielt und die meisten Fäden, die gespannt werden, auch wieder einsammelt (im Gegensatz z.B. zu den ‚Star Trek‘-Filmen von J. J. Abrams).

Die Geschichte beginnt, wie so oft, in einer dystopischen Zukunft, in welcher die Menschen gegen die Maschinen unter der Führung des ultimativen ‚Skynet‘-Systems kämpfen. Später im Film werden die Zeitepochen der 1970er, der 1980er und der 2010er gestreift. Es wird nicht alles komplett erklärt, aber der Film erzählt seine Geschichte und dies meist gut, teilweise sogar sehr gut.

Im Gegensatz zu vielen Blockbustern der heutigen Zeit, in denen sich keine Zeit mehr genommen wird, auch ruhige Momente einzustreuen, hat ‚Terminator: Genisys‘ durchaus auch seine Charaktermomente. Zwar sind diese teilweise hölzern durch Emilia Clarke und Jai Courtney gespielt, aber sie sind trotzdem eine schöne Abwechslung zu den Action-Momenten. Vielleicht war es deswegen eine gute Wahl den Regisseur von einigen Serienfolgen wie z.B. bei ‚Sopranos‘ bis hin zu ‚Mad Men‘ genommen zu haben.

Schwarzenegger ist in der Rolle seines Lebens so gut wie eh und jeh. Jason Clarke (bekannt aus ‚The Chicago Code‘, ‚Zero Dark Thirty‘ und ‚Dawn of the Planet of the Apes‘ bzw. auf Deutsch ‚Planet der Affen: Revolution‘ – wirklich) wirkt leider nicht überzeugend. Emilia Clarke (vor allem bekannt durch ihre Rolle in ‚Game of Thrones‘) überzeigt leider auch nicht und wirkt nicht wie eine Sarah Connor, die schon lange dafür trainiert, gegen Terminatoren zu kämpfen. Jai Courtney schauspielert zum ersten Mal in seinem Leben wirklich (seine Rollen in ‚Jack Reacher‘ und ‚A Good Day to Die Hard‘ zähle ich absichtlich nicht als Schauspielerei), wenn auch nicht überragend. J. K. Simmons (vor allem bekannt als J. Jonah Jameson in Sam Raimis ‚Spiderman‘-Reihe), Matt Smith (der elfte Doktor aus ‚Doctor Who‘) und der südkoreanische Schauspieler Lee Byung-hun (‚The Good, the Bad, the Weird‚) haben schöne Nebenrollen und bereichern den Film durchaus.

Die Spezialeffekte im Film schwanken – meist zum Glück zwischen gut und sehr gut. Teilweise wirken die Effekte aber auch wie generische Videospieleffekte. Vor allem im Endkampf sind sie aber durchaus überzeugend.

Der Twist, welcher schon im Trailer verraten wird, ist zum Glück kein großer. Im Gegensatz zu ‚Terminator: Salvation‘, der die Hälfte des Films darauf hinarbeitet zu enthüllen, was schon im Trailer gezeigt wurde, zieht sich der Aufbau der Spannung hier eher fünf Minuten lang und wird dann schnell gelöst. Im gesamten Film gibt es stattdessen viel mehr überraschende Wenden, die die Trailer zum Glück nicht verrieten. Andere Sachen wurden in den Trailern und der PR-Kampagne bewusst verschleiert.

Die Musik ist auch fast immer gut und manchmal sogar sehr gut. Lorne Balfe, einer der vielen Komponisten aus der Schmiede von Hans Zimmer (der als „executive music producer“ fungiert, was auch immer das sein mag), hat noch nicht sein Meisterwerk hingelegt, aber nach dem eher öden Score zu ‚Assassin’s Creed III‘ einen schönen modernen Action-Score mit einigen Anleihen in der klassischen ‚Terminator‘-Musik vorgelegt.

Alles in allem ist ‚Terminator: Genisys‘ ein schöner, ziemlich gut verständlicher Sommer-Blockbuster, auf den man sich einlassen muss (und dann macht er auch Spaß) und der vielleicht den Auftakt zu einer neuen Trilogie von Tötungsmaschinenfilmen liefert.

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