Was mag ich an einem Film?

Veröffentlicht: 6. Juni 2017 von mateschrank in Uncategorized

Auf Facebook wurde ich gefragt, was ich an Filmen mag und ich habe meine Gedanken mal niedergeschrieben.

Ich glaube, ich würde es auf vier Kernpunkte herunterdampfen, die ich hier gerne (ohne Gewichtung) aufzählen würde:

1. nachvollziehbare Handlung
2. nachvollziehbare Charaktere
3. Audiovisualität
4. Score

Punkt 1 ist natürlich wichtig. Es braucht eine Entwicklung und es muss grob klar sein, warum wer was macht. Ich mag auch viele Schwarzenegger-Filme und würde deswegen nicht sagen, dass Handlung über alles geht – aber es ist immer sehr hilfreich, wenn man weiß, wie eine Welt funktioniert und die Handlung sich dann in diesem Rahmen nachvollziehbar entwickelt. Dabei sollte die goldene Regeln eingehalten werden, dass Handlungen Konsequenzen haben und sich daraus die folgenden Aspekte entspannen („which is why“, „because“ etc. und nicht „and then“, „and then“, „and then“). Das ist ein Aspekt, an dem ‚The Force Awakens‘ total versagt, da Mary Sue Skywalker (wie ich sie zu nennen pflege) einfach immer dann, wenn es für die Handlung opportun ist, neue Fähigkeiten nachwachsen. Sowohl kann sie ein Sternenschiff fliegen, mit Droiden und Wookies reden als auch diverse Machttricks und -fähigkeiten sobald es einfach nur gebraucht wird. Für eine ausgesetzte Schrottsammlerin auf einem entlegenen Wüstenplaneten ergibt nichts davon sind, aber das war Abrams einfach egal. Die Handlung muss auch nicht 08/15 erzählt werden, ich kann das Spiel mit Konventionen in ‚Pulp Fiction‘ und ‚Memento‘ durchaus genießen.
Punkt 2 ist selbstverständlich ebenso wichtig und hat ja auch viel mit Punkt 1 zu tun. Je nach Relevanz eines Charakters sollte ich grob wissen oder verstehen, warum sie/er was macht oder nicht und gegebenenfalls woher sie/er kommt bzw. wohin sie/er will. Einen Bucky/“Winter Soldier“, der 1944 von den Nazis zum Supersoldaten gemacht wurde, 1945 von den Sowjets übernommen wurde und auch von denen seine Rüstung bekam und 1991 zu den Nazis zurückwechselt, kann ich halt schwer ernstnehmen. Entweder er bzw. seine Strippenzieher haben eine Motivation (in diesem Falle Ideologie) oder nicht. Wenn der Wechsel zu den Sowjets nur ein Täuschungsmanöver war, muss das halt erzählt (gezeigt oder wenigstens gesagt) werden. So kann ich ihn nicht ernst nehmen.
Punkt 3 ist mir besonders wichtig und hat mit dem Medium an sich zu tun. Ich liebe es auch, Bücher zu lesen und Podcasts bzw. Hörbücher zu hören – aber ein Film ist ein audiovisuelles Medium. Ich kann Sachen sehen und hören. Ein Film sollte seine Geschichte durch einen gesunden Mix von lesbaren, sehbaren und hörbaren (Gesprächs- und Musik-)Inhalten erzählen. Eine goldene Regel dabei ist „Show, don’t tell!“ – eine Kategorie in welcher die Gebrüder Russo total versagen. Wenn am Anfang von ‚Captain America: Civil War‘ der Charakter Falcon allen Ernstes sagt „Er hasst uns so abgrundtief!“, dann fasse ich mir als erwachsener Mensch doch an den Kopf. Sowas sollte man zeigen – eine Fähigkeit die George Miller in ‚Mad Max Fury Road‘ grandios gezeigt hat. Selbst Simon Wincer in ‚The Phantom‘ (1996) hat das teilweise sehr gut hinbekommen. Zum Audiovisuellen gehören auch die Spezialeffekte. Wenn sie schlecht sind, nervt mich das (das fällt mir manchmal auch mehr auf als anderen Zuschauern). Wenn man das Budget nicht hat, muss man kreativ sein – wie Nicholas Meyer in ‚Star Trek: The Wrath of Khan‘ oder selbst teilweise Glen Winter in der ‚Smallville‘-Folge ‚Absolut Justice‘. Ebenso ein Minuspunkt ist eine unnötig wackelnde Kamera, durch die man nichts mehr erkennt.
Punkt 4 ist ein Aspekt, der mir besonders am Herzen liegt und ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache. Aber ein passender Score kann einen Film nur besser machen – ein Aspekt, indem bisher fast jeder DC-Film gewinnt bzw. nahezu jeder Marvel-Film versagt (Ausreißer nach oben: ‚The Punisher‘ von 2004, ‚Iron Man 3‘ von 2013 und ‚Ant-Man‘ von 2015 – auch die Cap-Scores und ‚Thor: The Dark World‘ sind ganz gut). Ein Film kann auch ohne einen großen Score echt gut sein – da fällt mir spontan ‚Cop Car‘ (2015) ein, aber ein guter bis grandioser Score hilft einem Film enorm. Gerne höre ich auch Scores zu Filmen, die mich nicht interessieren wie z.B. ‚Wolfman‘ von Danny Elfman (der beste Elfman-Score seit ‚Batman Returns‘). Ein mauer oder gar nerviger Score wertet einen Film ab.

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