Dem Widerstand in der interstellaren Peripherie folgen

Veröffentlicht: 18. November 2018 von mateschrank in Abrams, Clone Wars, Disney, Kevin Kiner, Lucasfilm, Star Wars, Star Wars Rebels

Als im Jahr 2015 J.J. Abrams erste ‚Star Wars‘-Episode ‚Das Erwachen der Macht‘ erschien, wurde vielen Fans klar, dass der Film unter vielen Aspekten litt. So handelte es sich im Wesentlichen um ein Remake von ‚Star Wars – Episode 4: Eine neue Hoffnung‘ aus dem Jahr 1977 (den Abrams im Prinzip auch schon mal in ‚Star Trek 11‘ verwurstet hatte). Narrativ gab es vor allem zu kritisieren, dass es so gut wie kein „World Building“ im Film gab. Da Lucasfilm nach der Übernahme durch Disney im Jahre 2012 bekanntgegeben hatte, dass das „Expanded Universe“ komplett getilgt wird, wussten viele Fans nicht, wie sich das Universum nach ‚Episode 6‘ weiterentwickelt hatte. Lediglich in einigen – laut Lesern – nicht besonders guten Büchern wurde versucht, die Lücke zwischen der sechsten und siebenten Episode grob zu schließen. Weitgehend blieb die Zeit aber unbekannt.

Sandcrawler-Singapur

Der Sitz von Lucasfilm Animation in Singapur heißt passenderweise ‚The Sandcrawler‘ (Quelle: Aedas, CC-by-sa-2.0)

Mit ‚Star Wars: Resistance‘ versucht Lucasfilm Animationkoproduziert vom japanischen Studio Polygon Pictures – nun, diese Lücke ein wenig zu schließen. Auf den ersten Blick mag der Animationsstil – der sich deutlich sowohl von ‚Star Wars: The Clone Wars‘ als auch von ‚Star Wars: Rebels‘ unterscheidet – eigenartig wirken. Aber ein Reinschauen lohnt sich allemal!

Die Story folgt dem jungen, enthusiastischen Piloten Kazuda Xiono, der vom Widerstand auf die Plattform Colossus auf dem Ozeanplaneten Castillon entsandt wird. Undercover als talentbefreiter Mechaniker arbeitend, lernt Kazuda seine Ko-Mechaniker sowie die Piloten der „Ace Pilots“ kennen und lernt immer mehr über den Widerstand einerseits und das schwierige Verhältnis eines sich selbst verwaltenden Außenpostens in der interstellaren Peripherie andererseits. Als einziger Dauergast aus den neuen Filmen spielt BB-8 eine Nebenrolle und außerdem haben Oscar Isaac als  Poe Dameron sowie Gwendoline Christie als Captain Phasma wiederkehrende Sprecherrollen. Auch Elijah Wood hat eine Gastrolle.

Der Zeichenstil ist speziell und vor allem die Raumschiffanimationen nicht die besten, die Farbpalette poppig-bunt, die Story macht aber Spaß, man lernt viel über das neue Universum, die Charaktere machen Spaß und der Score (dieses Mal von Michael Tavera und nicht mehr von Kevin Kiner wie bei den vergangenen beiden Animationsserien) ist auch schön. Alles in allem ergibt sich nach einem halben Dutzend Folgen ein schöner Eindruck, der die Zeit bis zu ‚Star Wars: The Mandalorian‘ und der Cassian-Andor-Serie überbrückt. Deswegen gibt’s vom Mateschrank eine Kuckempfehlung!

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Kommentare
  1. Mir gefällt SW Resistance bisher nicht. Wirkt sehr beliebig, es kommt kein Star Wars Feeling auf. Bis auf ein bisschen Musik und den Ball gibt es nichts was einen abholt und sagt „das ist eine SW Serie“. Es könnte auch irgend eine random Animationsserie sein. Mich stört auch dass man nach Rebels, das ich sehr mochte, sich schon wieder für eine junge männliche (weiße) Hauptrolle entschieden hat. Die üblichen Charaktere holen mich auch nicht ab und ansonsten gibt es so gut wie keine bekannten Kreaturen zusehen.

    Vielleicht ist die Serie tatsächlich eher was für die jüngeren ZuschauerInnen oder die die erst mit TFA in Star Wars eingestiegen sind.

    • mateschrank sagt:

      Hey MacSnider, vielen Dank für dein Feedback!

      Ja, das stimmt – es ist eindeutig eine Kinderserie. Bei TCW und ‚Rebels‘ war das noch nicht so eindeutig – die sollten verschiedene Zuschauer ansprechen und zu guter letzt mündete das dadrin, dass unterschiedliche Folgen unterschiedliche Demographien ansprach. Mir fallen da bei TCW vor allem die Jar-Jar- und Droids-Folgen auf der einen und die Maul-Folgen auf der anderen Seite ein. Bei ‚Rebels‘ war das schon ausgeglichener – aber insgesamt noch nicht ganz rund.

      Vielleicht differenziert sich ja jetzt ein SW-Universum für verschiedene Altersgruppen heraus. Die jungen Menschen schauen bald ‚Resistance‘ und für die Älteren gibt es dann ‚Star Wars: The Mandalorian‘ und die Cassian-Andor-Serie. Ich auf jeden Fall schaue weiterhin alle Serien (bis auf die LEGO-Serien, die sind ja ganz eindeutig für kleine Kinder).

      Was die Diversität angeht, stimme ich dir zu. Vor allem bei den erstem Trailer ist mir das negativ aufgefallen. Aber ich habe mich drangewöhnt.

      Und apropos SW-Feeling: Ich freue mich, wenn es mal keine Laserschwerter gibt (so wie weitgehend auch bei ‚Rogue One‘ und ‚Solo‘) und wir mal das Universum aus der Perspektive „einfacher Menschen“ kennenlernen. Insofern holt es mich super ab (während ich mir die nächste Episode nicht im Kino anschauen werde).

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