Archiv für die Kategorie ‘Hans Zimmer’

Bild von Flicker (https://www.flickr.com/photos/nathaninsandiego/2723935244/in/photolist-59GT3L-7A91aL-9yqf58-cwyrXf-9prD-dWisS4-4PshJb-n75TYv-67gPhg-6nf29A-nNEj8-88DJSw-4tBby6-arQFp1-9FwT97-q3Gi9Y-88Av58-9FBJ7Q-9Uv9YD-8dgE2D-5cjFSh-5cfiRX-ax4Z2k-6naH96-6Hi3eR-axRpfd-6kf2r1-9gXh7w-m5b8gn-7fej1f-9aRJpM-6nf2tj-a7p28Z-d4SYAL-2PBcZN-9w1XJZ-bdDy6e-6neSEh-6T97KB-6qbNqA-9w1XGT-8j2Bp1-pR9Kn5-76eMNL-atV6P2-4ebuUH-ufgzTN-cnYigW-cVMBi-tncLx)* Review (spoilerfrei) von ‚Terminator: Genisys‘ mit Arnold Schwarzenegger *

Zum ersten Mal seit 2003 kommt diesen Sommer die „Styrian Oak“ auf die große Leinwand. Viele haben bei ‚Terminator: Genisys‘ nur das Schlimmste erwartet, doch diese Stimmen müssen enttäuscht werden. ‚Terminator: Genisys‘ ist ein interessanter Remix, der viel mit Zeitreisen spielt und die meisten Fäden, die gespannt werden, auch wieder einsammelt (im Gegensatz z.B. zu den ‚Star Trek‘-Filmen von J. J. Abrams).

Die Geschichte beginnt, wie so oft, in einer dystopischen Zukunft, in welcher die Menschen gegen die Maschinen unter der Führung des ultimativen ‚Skynet‘-Systems kämpfen. Später im Film werden die Zeitepochen der 1970er, der 1980er und der 2010er gestreift. Es wird nicht alles komplett erklärt, aber der Film erzählt seine Geschichte und dies meist gut, teilweise sogar sehr gut.

Im Gegensatz zu vielen Blockbustern der heutigen Zeit, in denen sich keine Zeit mehr genommen wird, auch ruhige Momente einzustreuen, hat ‚Terminator: Genisys‘ durchaus auch seine Charaktermomente. Zwar sind diese teilweise hölzern durch Emilia Clarke und Jai Courtney gespielt, aber sie sind trotzdem eine schöne Abwechslung zu den Action-Momenten. Vielleicht war es deswegen eine gute Wahl den Regisseur von einigen Serienfolgen wie z.B. bei ‚Sopranos‘ bis hin zu ‚Mad Men‘ genommen zu haben.

Schwarzenegger ist in der Rolle seines Lebens so gut wie eh und jeh. Jason Clarke (bekannt aus ‚The Chicago Code‘, ‚Zero Dark Thirty‘ und ‚Dawn of the Planet of the Apes‘ bzw. auf Deutsch ‚Planet der Affen: Revolution‘ – wirklich) wirkt leider nicht überzeugend. Emilia Clarke (vor allem bekannt durch ihre Rolle in ‚Game of Thrones‘) überzeigt leider auch nicht und wirkt nicht wie eine Sarah Connor, die schon lange dafür trainiert, gegen Terminatoren zu kämpfen. Jai Courtney schauspielert zum ersten Mal in seinem Leben wirklich (seine Rollen in ‚Jack Reacher‘ und ‚A Good Day to Die Hard‘ zähle ich absichtlich nicht als Schauspielerei), wenn auch nicht überragend. J. K. Simmons (vor allem bekannt als J. Jonah Jameson in Sam Raimis ‚Spiderman‘-Reihe), Matt Smith (der elfte Doktor aus ‚Doctor Who‘) und der südkoreanische Schauspieler Lee Byung-hun (‚The Good, the Bad, the Weird‚) haben schöne Nebenrollen und bereichern den Film durchaus.

Die Spezialeffekte im Film schwanken – meist zum Glück zwischen gut und sehr gut. Teilweise wirken die Effekte aber auch wie generische Videospieleffekte. Vor allem im Endkampf sind sie aber durchaus überzeugend.

Der Twist, welcher schon im Trailer verraten wird, ist zum Glück kein großer. Im Gegensatz zu ‚Terminator: Salvation‘, der die Hälfte des Films darauf hinarbeitet zu enthüllen, was schon im Trailer gezeigt wurde, zieht sich der Aufbau der Spannung hier eher fünf Minuten lang und wird dann schnell gelöst. Im gesamten Film gibt es stattdessen viel mehr überraschende Wenden, die die Trailer zum Glück nicht verrieten. Andere Sachen wurden in den Trailern und der PR-Kampagne bewusst verschleiert.

Die Musik ist auch fast immer gut und manchmal sogar sehr gut. Lorne Balfe, einer der vielen Komponisten aus der Schmiede von Hans Zimmer (der als „executive music producer“ fungiert, was auch immer das sein mag), hat noch nicht sein Meisterwerk hingelegt, aber nach dem eher öden Score zu ‚Assassin’s Creed III‘ einen schönen modernen Action-Score mit einigen Anleihen in der klassischen ‚Terminator‘-Musik vorgelegt.

Alles in allem ist ‚Terminator: Genisys‘ ein schöner, ziemlich gut verständlicher Sommer-Blockbuster, auf den man sich einlassen muss (und dann macht er auch Spaß) und der vielleicht den Auftakt zu einer neuen Trilogie von Tötungsmaschinenfilmen liefert.

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Jüngst veröffentlichte Warner den dritten (die Zählweise bleibt – wie so oft – unübersichtlich) Trailer zu ‚Man of Steel‘, den demnächst erscheinenden neuen Superman-Film. Die Drei-Minuten-Vorschau ist grandios und scheint alles in den Schatten zu stellen, was noch diesen Sommer erscheint. Nachdem die ersten beiden Teaser (1 mit Jonathan Kent und 1 mit Jor-El) Lust auf den Film machten, sah der umfassende erste richtige Trailer (vor allem in der zweiten Hälfte) eher „transformeresk“ aus und ließ den geneigten Superman-Fan stocken. Doch nun kommen drei Minuten ‚Man of Steel‘, die alles, was es bisher im Genre der Comic-Verfilmungen gab, in den Schatten zu stellen scheinen. Zum ersten Mal sieht man auch die Chemie zwischen Lois Lane (aka Amy Adams – bekannt aus ‚Der Krieg des Charlie Wilson‘, ‚The Fighter‘ sowie das Landei Cathy in der Doppelfolge ’20 Hours in America‘ der grandiosen Politikserie ‚The West Wing‘ – Superman-Zusammenhang: Adams spielte in der 7. Folge von ‚Smallville‘ mit.) und Superman/Clark Kent sowie den Bösewicht General Zod in Aktion.

Die wenigen Sekunden Zod machen Lust auf den neuen Bösewicht. Gespielt wird diese Rolle von Michael Shannon, der bisher nicht groß in Aktion getreten ist. Eine Schurkenrolle spielte Shannon in ‚Premium Rush‘. Wer Filme mit Fahrrädern ohne Bremsen mag, kann sich den mal anschauen – wer Shannon als wirklichen Bösewicht erleben will, natürlich auch. Shannon hat viel Screentime und kann da mal seine böse Seite durchscheinen lassen. Sonst ist der Film nicht besonders erwähnenswert und die SFX sind ziemlich schlecht.

Wer schon im Zod-Fieber ist und den Original-Reeves Film von 1978 schon oft genug gesehen hat, dem ist die neunte Staffel von ‚Smallville‘ zu empfehlen. Mit Callum Blue hat die Superhelden-Serie den bisher (!) besten General Zod zu bieten. Höhepunkte sind die siebente, die 14. und die 21. Folge der Staffel – die Doppelfolge ‚Absolute Justice‘ ist aus anderen Gründen (Hawkman und Dr. Fate) ein Höhepunkt der Serie.

Der einzige negativ anzumerkende Punkt im oben genannten dritten ‚Man of Steel‘-Trailers ist die Musik. Nach ‚Sherlock Holmes: A Game of Shadows‘, ‚The Dark Knight‘ und ‚The Dark Knight Rises‘ ist von Hans Zimmer eigentlich nur noch das Grandioseste zu erwarten. Hoffentlich wird er diesem Anspruch gerecht und baut nicht ab, so wie James Horner in den 1980er/1990er Jahren. Wie gesagt: Hoffentlich wird er diesem Anspruch gerecht.

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2009 entzückte Guy Ritchie mit ‚Sherlock Holmes‘ das Kinopublikum (die Fortsetzung aus dem Jahr 2011 entzückte schon weniger) und seit 2010 brilliert Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes in der BBC-Serie ‚Sherlock‘ neben Martin Freeman. Der Erfolg beider Serien brachte wohl CBS auf die Idee, auch einen Ableger zu starten. Die US-Serie ‚Elementary‘ hat nichts mit der BBC-Variante zu tun (siehe ‚ Jonny Lee Miller to play Sherlock Holmes in US series‘ und ‚Legal thriller looms as Sherlock takes his caseload to New York‘), sondern stellt einen eigenständigen Versuch dar, Sir Arthur Conan Doyles berühmteste Figur in die Gegenwart zu versetzen – dieses Mal jedoch nicht in London sondern in New York. Hinter dem Projekt steht Rob Doherty, der unter anderem an den letzten Staffeln ‚Star Trek: Voyager‘ mitschrieb.

In den bisher 11 Folgen schlägt sich die Serie wirklich gut. Die Hauptcharaktere, Sherlock Holmes (gespielt von Jonny Lee Miller, den man vielleicht schon mal in ‚Æon Flux‘, ‚Trainspotting‘ oder ‚Dexter‘ gesehen hat) und seine „Junkie-Sitterin“ Joan Watson (dargestellt durch die wunderbare Lucy Liu), haben eine richtige Charakterentwicklung und ihr Hintergrund wird näher betrachtet. Das Setting ist auch anders als bei der BBC-Version, da Miss Watson in dieser Version den ehemals Drogensüchtigen Holmes begleitet, clean zu bleiben. Die Fälle sind spannend und Sherlock in New York zuzusehen macht Spaß. Die Vorschau auf die zwölfte Folge mit Vinnie Jones (‚ Nur noch 60 Sekunden‘, ‚ Snatch – Schweine und Diamanten‘ und ‚Bube Dame König grAs‘) als „M.“ (Moriarty) macht auch Lust auf mehr. Nach der klassischen Variante bei Guy Ritchie und der anarchistischen Version bei Stephen Moffat von BBC sieht Jones nach einer ganz anderen Interpretation von Sherlock Holmes‘ Gegenspieler aus.

Während der Score zur BBC-Serie gut ist, hat Hans Zimmer mit seiner Musik (Teil 1 als CD oder MP3 und Teil 2 als CD oder MP3) zu den Guy Ritchie-Filmen ein wahres Meisterwerk geschaffen. Einen Score zu ‚Elementary‘ gibt es noch nicht, aber Fan-Nachahmungen bei Youtube (‚Sherlock`s Theme‘ und ‚Sherlock On The Roof‘), die auch schon gut anzuhören sind. In der Serie kommt die Musik auch gut rüber – man hofft auf die Veröffentlichung eines Scores nach der ersten Staffel.

Ab dem 10. Januar donnerstags um 21.15 Uhr zeigt Sat.1 die Serie auf Deutsch. Wer sich die Stimme von Joseph Gordon-Levitt als John Blake in ‚The Dark Knight Rises‘ als Sherlock Holmes und die von Kristin Kreuk als Lana Lang in ‚Smallville‘ als Joan Watson antun will, der kann die Serie da kucken – für Puristen ist die englischsprachige Version zu empfehlen.

Hier geht es zum Twitter-Account von CBS zur Serie


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Neuer Superman-Film mit komplett neuem Score

Veröffentlicht: 19. Oktober 2012 von mateschrank in Batman, DC, Hans Zimmer, Smallville, Soundtracks, Superman

Wie supermannews.de unter Berufung auf den Coventry Telegraph berichtet, wird der neue Score des Zack Snyder/Christopher Nolan-Films ‚Man of Steel‘ komplett neu erfunden werden. Das Thema von John Williams, das 1978 aus der Taufe gehoben wurde und die Christopher Reeve-Filme (1978–1987) prägte, wird nicht wieder zurückkehren. Nach Williams grandioser Arbeit für den ersten Film von Richard Donner, trat Ken Thorne in seine Fußstapfen und leistete mit ‚Superman II‘ und ‚Superman III‘ auch gute Arbeit, die in ‚Superman II‘ im Musiktitel ‚Mother’s Advice‘ ihren Höhepunkt fand. Den Score zu ‚Superman III‘ gibt es leider nur als Schallplatte – wer Tipps hat, wie ich den sonst besorgen kann, immer her damit. Auf den miesen ‚Superman III‘-Film folgte der schon etwas bessere Streifen ‚Superman IV: The Quest for Peace‘ (Deutsch: ‚Superman IV – Die Welt am Abgrund‘). Der Score zum vierten Teil kam von Alexander Courage, der unter anderem die Musik zur ursprünglichen ‚Star Trek‘-Serie komponiert hatte (wo der ‚Superman IV‘-Score zu erhalten ist, weiß ich leider auch nicht). Superman 5, ‚Superman Returns‘, hatte Brandon Routh als Hauptdarsteller, und war somit zwar kein Original-Christopher Reeve-Streifen mehr, jedoch noch klar in diesem Universum angesiedelt. Der Score stammte von John Ottman, der auch Williams Thema weiter verwendete und seine Arbeit modifizierte, jedoch alles in allem nur solide Arbeit ablieferte. Auch der für Serienverhältnisse gute Score zu ‚Smallville‘ von Louis Febre und Mark Snow (besser war der Teil von Febre) bezog sich teilweise auf Williams Werk von 1978.

Doch nun geht es komplett neu los. Genau wie bei ‚Batman Begins‘, das auch keine Elemente aus dem Werk von Danny Elfman und Elliot Goldenthal entlieh, fängt Hans Zimmer nun neu an. Das neue Musik verwendet wird, sah man schon an den ersten beiden Teasern (mittlerweile ist einer auch auf Deutsch veröffentlicht), die den tollen Score von ‚Herr der Ringe‘ von Howard Shore nutzte.

Mit seinen drei Batman-Scores hat er bewiesen, dass er auch neue wunderbare Filmmusikgeschichte schreiben kann. „Dies rechtfertigt Snyder damit, dass man [‚Man of Steel‘] so machen will, als hätte es nie zuvor einen [Superman-Film] gegeben.“ schreibt supermannews.de. Während sich die ersten fünf Superman-Filme (ausgeschlossen sind bei dieser Zählweise die Filmchen aus dem Zweiten Weltkrieg) auf das bronzene Zeitalter der DC Comics von 1970 bis 1986 bezog, ist der neue Film ‚Man of Steel‘ beeinflusst vom Werk John Byrnes, der 1986 den Comic ‚The Man of Steel‘ schuf. Diese neue Zeitlinie mit einem nachdenklicheren Superman galt als der offizielle Kanon von 1986 bis 2004.

Die Vorfreude auf den neuen Superman-Score nimmt schon zu!