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Noch steht nichts fest – aber es könnte sein, dass der Ausflug des ‚Star Trek’-Universum in eine parallele Zeitlinie vorbei ist. Nachdem im Jahr 2005 CBS und Viacom sich aufgespaltet hatten, landeten die Rechte für ‚Star Trek’ eigenartigerweise bei beiden Unternehmen. Viacom bzw. dessen Filmtochter Paramount Pictures hält seitdem die Rechte an den Filmen, während CBS Television Studios das TV-Universum seitdem sein Eigen nennen kann (soll heißen, dass CBS neue Serien schaffen kann – Paramount vertreibt aber die alten Serien im Namen von CBS). Noch in der Phase wirtschaftlicher Probleme (Anfang der 2000er Jahre stand das Studio kurz vor der Pleite) entschieden sich die Oberen bei Paramount dazu, gemeinsam mit CBS ein Gesamtpaket zu schnüren und an Bad Robot, die Firma von J.J. Abrams, zu geben.

Abrams erhielt damit das Recht, ein eigenes komplettes Universum aufzubauen. Die Pläne waren ambitioniert – so sollte eine Kinofilmreihe, eine neue TV-Serie, Comics und Videospiele in dem von Fans genannten Abramsverse (offizielle Bezeichnung: Kelvin-Timeline) entstehen. Mit dem ersten neuen ‚Star Trek’-Film im Kino startete das neue Franchise im Jahr 2009 auch kommerziell erfolgreich, doch schnell geriet das Projekt ins Straucheln. Für das erste Videospiel, welches die Brücke vom ersten zum zweiten Abramsverse-Film darstellen sollte, wurde anscheinend nicht genug Geld zur Verfügung gestellt und die veraltete Grafik sowie das actionvollgepackte Spiel konnte weder Fans noch Kritiker überzeugen.

Nach ‚Star Trek Into Darkness’ (2013) ging das Abramsverse offensichtlich den Bach hinunter. Der Film kam bei den Fans katastrophal an, eine angedachte Serie entstand nie, kein einziges weiteres Videospiel erschien und über die Comicverkäufe ist wenig bekannt (auch wenn die Serie immer weiterläuft). 2013 schuf Bad Robot mit Involvierung von J.J. Abrams die Serie ‚Almost Human’ für den Sender FOX und wandte sich im TV-Bereich von CBS ab. Von allen Bad-Robot-Serien in den vergangenen fünf Jahren ist keine einzige bei CBS erschienen – dagegen sind mit NBC, Showtime und HBO diverse Plattformen und Sender in der Reihe der Bad-Robot-Vertragspartner vertreten. Im Januar 2013 kam außerdem die Ankündigung, dass J.J. Abrams der Regisseur für die lang erwartete nächste ‚Star Wars’-Episode sein würde und schied damit als kreativer Kopf für den dritten ‚Star Trek’-Film im Abramsverse aus.

Indem sich die Verantwortlichen bei Bad Robot und Paramount für Justin Lin als neuen Regisseur für den 13. Film des Franchises entschieden, stieg das Potenzial, dass ‚Star Trek’ wieder näher zu seinen Wurzeln gelangen konnte. Lin ist sein Leben lang ein ‚Star Trek’-Fan und hat mit den ‚The Fast and the Furious’-Filmen immerhin multikulturelle Visionen geschaffen, auch wenn der Actionfaktor in diesen Filmen wenig mit ‚Star Trek’ gemein hat.

Die Produktion von ‚Star Trek Beyond’ litt dann aber unter einem Problem, mit welchem viele ‚Star Trek’-Filme in den vergangenen 30 Jahren zu kämpfen hatten: Zeitknappheit. Wie Simon Pegg im Interview mit dem offiziellen ‚Star Trek’-Podcast ‚Engage’ meinte, hatten sein Ko-Drehbuchautor Doug Jung und er lächerlich wenig Zeit („We were given ridiculous deadlines!“), um das Drehbuch zu schreiben (die übrigen Abramsgang-Drehbuchschreiber Lindeloff und Orci waren schon zu anderen Projekten abgewandert – ihr altes Drehbuch wurde weggesperrt). Die Zeitknappheit ging sogar so weit, dass Regisseur Justin Lin das finale Colour-Grading erst zwei Wochen nach dem Kinostart abschloss, wie Pegg gegenüber ‚Engage’ erzählte.

Die PR-Kampagne, soweit überhaupt präsent, ging auch daneben und von dem ersten Trailer distanzierte sich Pegg, da die Vorschau wenig mit dem endgültigen Film gemein habe. Auf den Postern erschien das Wort „Beyond“ auch oft größer als „Star Trek“, was auch auf viele Fans komisch wirkte. J.J. Abrams wollte zuletzt noch Optimismus verbreiten, indem er bereits einen vierten Teil seiner Filmreihe ankündigte.

Der endgültige Film ‚Star Trek Beyond’ ist gar nicht mal so schlecht. Pegg und Jung mussten um die von Lin vorgegeben Vorgaben für Actionszenen rumschreiben – dabei konnten sie viel Trek-Feeling mit einbringen und der endgültige Film hat viele gute Hommagen an die 50 Jahre zuvor gestartete Originalserie.

Doch auch das half nicht mehr. Nach der verfehlten und sehr spärlichen Werbekampagne für den Film ging ‚Star Trek Beyond’ im Kinosommer 2016 nahezu vollständig unter. Am Ende spielte er knapp ein Viertel weniger ein als ‚Star Trek Into Darkness’ – und das bei einem vergleichbar hohen Budget.

CBS hat derweil sein eigenes ‚Star Trek’-Projekt gestartet und wird im Laufe des Jahres eine neue Trek-Serie veröffentlichen (das CBSParamount-Abkommen sah vor, dass Veröffentlichungen ein halbes Jahr Abstand zueinander haben müssen). Obwohl die Ästhetik sich viele Anleihen an den Abramsverse-Filmen nimmt, spielt das Produkt von Brian Fuller im ursprünglichen Trek-Universum und hat nichts mit den Kinofilmen des vergangenen Jahrzehnts zu tun. Auch wenn die Produktion der neuen Serie mit einigen Fehlschlägen zu kämpfen hatte (mehrere Verschiebungen, Fuller stieg aus, Nebendarsteller werden weiterhin zu Hauptdarstellern umbesetzt), ist sie bereits jetzt ein finanzieller Erfolg, da Netflix sich in allen Ländern jenseits von Nordamerika die Rechte gesichert und dafür ordentlich bezahlt hat.

Ob es mit den Abramsverse-Kinofilmen überhaupt weitergeht hängt derweil von Paramount ab. Da das Studio jenseits von ‚Transformer’ kaum eigene erfolgreich laufende Franchises hat, macht das Studio erneut eine schwere Zeit durch. In den Jahren 2016 und 2017 rechnen Branchenexperten damit, dass Paramount circa eine halbe Milliarde US-Dollar Verluste einfährt. Mit ‚Ben Hur’, ‚Allied’, ‚Zoolander 2’ und ‚Teenage Mutant Ninja Turtles 2’ hatte Paramount gleich vier Filme für den Titel „Box Office Bomb 2016“ im Rennen. Mit ‚Ghost in the Shell’ startete das Kinojahr 2017 auch wenig erfolgreich. Wenn das Studio dieses Jahr überlebt, wird die Frage sein, wie die zukünftige Strategie aussieht. Theoretisch müsste ‚Star Trek’ mit seiner 40-jährigen Kinofilmgeschichte da große Chancen haben – doch noch ist wenig bekannt.

Ob ‚Star Trek 14’ kommt, steht somit in den Sternen. Die Vertragsgrundlage dafür ist auch dünn: Lediglich Chris Pine und Zachary Quinto haben Verträge, die über ‚Star Trek Beyond’ hinausgehen, Karl Urban wollte schon zu dem vergangenen Film nicht zurückkehren und Anton Yelchin ist im vergangenen Jahr auf tragische Weise umgekommen. Die Gesamtcrew wird nicht mehr zusammenkommen und ob es überhaupt für das Kerntrio aus Spock, Pille und Kirk reicht, wird sich zeigen.

Mit Gerüchten, dass Nicholas Meyer in ein ‚Star Trek’-Projekt involviert ist, welches keine Serie und kein Videospiel ist, zeigt CBS vielleicht schon die Zukunft auf: Mit Serien und Filmen auf der Basis eines TV-Budgets für Online-Plattformen und Fernsehsender. Damit wäre ‚Star Trek’ auch dort, wo es hingehört: Im Fernsehen. Simon Pegg hatte nach dem Misserfolg des von ihm geschriebenen Films auch gesagt, dass ‚Star Trek’ dorthin gehört.

Zum möglichen Ende des Abramsverses kann man sich aber auch nochmal an die guten Seiten zurückerinnern: Visuell überzeugten alle drei Filme des Franchises – die Spezialeffekte waren auch fast durchweg grandios. Die Scores zu den Filmen von Michael Giacchino sind auch sehr gut (der zu ‚Star Trek 11’ und ‚Star Trek Beyond’ dabei deutlich besser als der Film in der Mitte). Das Juwel des Abramsverses ist und bleibt aber der Score von Chad Seiter zu dem einzigen Videospiel, welches das Franchise produzierte: ‚Star Trek – The Video Game’. Ein flotter und lauter Score, den man immer wieder hören kann und ganz eindeutig ein Moment im Abramsverse, in welchem der Schüler den Meister übertrifft.

Die Zeichen mehren sich, dass sich CBS vollständig von dem gemeinsam mit Paramount initiierten Projekt eines kombinierten ‚Star Trek‘-Universums unter der Aufsicht von Bad Robot, der Produktionsfirma von J.J. Abrams, entfernt und wieder eigene Wege geht – zurück zum alten ‚Star Trek‘. Nach der Spaltung Viacoms in das neue Viacom und den in CBS umbenannten Altkonzern im Jahre 2005, zerfielen die Rechte an ‚Star Trek‘ auf zwei verschiedene Großkonzerne. Durch den kreativen und kommerziellen Flop von ‚Star Trek: Nemesis‘ und das (viel zu frühe) Absetzen von ‚Star Trek: Enterprise‘ schien das Franchise eh am Boden, doch nun wurde es noch schwieriger, irgendwelche Fortsetzungen in die Wege zu leiten. Der damalige Paramount-Chef Gail Berman überzeugte die CBS-Oberen auf eine neue Trek-Serie zu verzichten, um neue Wege im Filmuniversum zu gehen. Die beiden Konzerne schlossen daraufhin mit Bad Robot einen Vertrag, der die Lizenzen in die Hände von J.J. Abrams legte und diesem das Recht gab, drei Kinofilme, mehrere Serien, diverse Videospiele und noch dazu verschiedene Comic-Reihen zu schaffen (eigentlich wurde der Vertrag nur zwischen Paramount und Bad Robot geschlossen, aber CBS war indirekt involviert – über die Lizenzen). Abrams erhielt sogar das Recht zum „Final Cut“, ein Privileg, welches nicht viele Regisseure in Hollywood haben.

Der erste Film und der Startpunkt des neuen Universums war der Streifen ‚Star Trek: Die Zukunft hat begonnen‘ (so wurde er meist in Deutschland beworben, auch wenn Abrams anmaßend ihn einfach nur ‚Star Trek‘ genannt hatte) aus dem Jahr 2009. Mit quasi nicht-vorhandenden Frauenrollen, dem Ausbleiben des Verständnisses für die Philosophie von Gene Roddenberry, einer mittelmäßigen Story, einem sehr guten und passenden Cast und einem grandiosen Score gelang Abrams und dem Team von Bad Robot ein durchwachsener Start in das neue Universum. Kommerziell war der Film ziemlich erfolgreich und das Gespann aus Paramount und Bad Robot machte sich daran, weitere Filme zu drehen. Doch trotz alledem geriet fortan das gesamte Abramstrek-Projekt ins Trudeln.

Zunächst verlangte Abrams von CBS, dass der Konzern den Verkauf von Alt-‚Star Trek‘-Produkten (vor allem Bücher, Comics, Kartenspiele und diverses Merchandise) einstellen solle. Das neue Abramstrek sei das einzig wahre ‚Star Trek‘, soll der Regisseur und Produzent zu dieser Gelegenheit gesagt haben. Doch die Oberen im CBS-Konzern sahen das nicht ein und verkauften weiterhin ihre Lizenprodukte, da diese eine zwar niedrige aber konstante Einnahmequelle war. Dies führte zur Parallelität von altem und neuem Trek.

Die Comic-Reihe der Abrams-Gang startete okay, entwickelte sich jedoch schnell zu reinem Mittelmaß. Gerüchte über eine neue Trek-Serie tauchten immer wieder auf, wurden jedoch nie konkret. Mit dem Computerspiel ‚Star Trek: The Video Game‘ (ein Titel, der wieder die Anmaßung Abrams‘ im Namen trug) brachte das kanadische Studio Digital Extremes ein äußerst ambitioniertes Projekt mit der Abramstrek-Lizenz auf den Weg. Im englischsprachigen Original waren alle Schauspieler der neuen Filme als Synchronsprecher angeheuert. Das Spiel konnte jedoch überhaupt nicht überzeugen. Die Grafik reichte nicht über Spiele wie ‚Star Trek Voyager: Elite Force‘ hinaus und selbst der grandiose Score von Chad Seiter (der gegenüber dem Mateschrank bestätigte, gerne mal zum Trek-Franchise wiederkommen zu wollen) konnte das Spiel nicht retten. Es endete als Desaster.

Doch dabei sollte es nicht bleiben: Im Jahr 2013 erschien mit ‚Star Trek Into Darkness‘ der zwölfte Kinofilm des Trek-Franchises. Die Frauenrollen sind katastrophal, die politische und philosophische Botschaft platt wie aus einer Zeichentrickserie, die Handlung zerfällt nach einer halben Stunde, das große Mysterium zündete überhaupt nicht und selbst der Score von Michael Giacchino konnte nicht überzeugen. Konsequenterweise floppte das kreative Desaster auch relativ an den Kinokassen und konnte die Paramount-Zielmarken nicht erreichen (selbstverständlich spielte der Film sehr viel Geld ein, doch das Rechnen der Anzugträger in Hollywood läuft etwas anders). Zu allem Überfluss machte Abrams selbst das verkorkste Videospiel teilweise für sein Desaster verantwortlich. Ein schlechter Verlierer halt.

Das Abramstrek-Abenteuer stand damit fünf Jahre nach seinem Start vor einem Scherbenhaufen: Das Videospiel war total gefloppt, die Comic-Reihe dümpelte vor sich hin, der aktuelle Film verprellte das Fandom und erreichte nicht die von den Anzugträgern gesetzten Marken und eine weitere Serie schien nicht in Sicht. Darüberhinaus entwickelte Abrams gemeinsam mit Bad Robot eine Sci-Fi-Serie mit dem beliebten ‚Star Trek‘-Darsteller Karl Urban. Doch es war kein Abramstrek-Produkt: ‚Almost Human‘ startete im November 2013 auf dem CBS-Konkurrenzsender FOX. Das Tuch schien zerrissen. Abrams selbst floh zu Disney und Lucasfilm, um weiterhin eine Schneise der Verwüstung durch die popkulturelle Landschaft zu schlagen und mit ‚Star Wars: The Force Awakens‘ einen Film herauszubringen, der größtenteils ohne Skript ausgekommen zu sein scheint.

Fortan wagte sich CBS etwas aus der Deckung und zeigte immer weniger Respekt vor dem gemeinsamen Deal mit Bad Robot. Im Mai 2015 erschien mit ‚Trexels‘ ein Spiel für mobile Endgeräte, welches ein wenig altes Trek-Flair mit sich brachte. Im November desselben Jahres kündigte startrek.com dann endlich an, dass es eine neue ‚Star Trek‘-Serie geben würde. Diese stünde in keinem Zusammenhang zu dem neuesten Abramstrek-Film ‚Star Trek Beyond’/’Beyond Star Trek‘. Ob die Serie überhaupt im Zusammenhang mit dem Abramsverse steht, ist bisher ungeklärt. Während sich viele Fans Gedanken wegen der eigenartigen Veröffentlichungsweise auf dem CBS-Portal All Access machten, bleiben die weiteren Details der Veröffentlichung meist unbeachtet: Mit Alex Kurtzman wird zwar ein Mitglied der Abrams-Gang der Showrunner, jedoch nicht mit Bad Robot als Produktionsfirma, sondern mit seiner eigenen Firma Secret Hideout. Und das, obwohl erstere Firma nicht nur Sci-Fi-Erfahrung mit ‚Almost Human‘ hat, sondern bereits auf 18 Jahre TV-Produktionserfahrung zurückblicken kann. Es schien, als sei Kurtzmann das letzte Überbleibsel des BadRobot-Deals und quasi nur noch als Abfindung für Abrams und seine Mannen dabei.

Im Dezember 2015 schnellte dann noch das deutsche Fandom hochfreudig aus den Sitzen, als startrek.de ein erstes angebliches Poster der neuen ‚Star Trek‘-Serie von CBS brachte – mit einem Schiff der Sovereign-Klasse, also aus dem „klassischen“ Trek-Universum. Die neue CBS-Serie soll den Namen ‚Star Trek Prime‘ tragen, eine eindeutige Anspielung auf das Prime-Universum, wie das klassische Trek-Universum vor Abrams genannt wurde. Später zog startrek.de das Poster zurück und damit auch die Anerkennung der Echtheit, doch wie es dazu kam, dass solch eine Meldung auf startrek.de veröffentlicht wurde, bleibt schleierhaft.

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In das neue Jahr startete CBS dann mit zwei Apps für mobile Endgeräte, die nun wieder keinen Bezug zum Abramstrek-Universum haben. Auf der einen Seite ist da das Point-and-Click-Adventure ‚Star Trek Timelines‘ von der Spieleschmiede Disruptor Beam und auf der anderen Seite ‚Star Trek: Wrath of Gems‘ von Genera. Letzteres Spiel gibt dem Spieler die Auswahl zwischen dem TOS- und dem TNG-Universum, entpuppt sich dann aber schnell als einfacher ‚Candy Crush‘-Klon. Dieser ist war nett animiert, was den Trek-Bezug angeht, ist sonst aber nicht besonders kreativ.

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Auf der anderen Seite steht da ‚Star Trek Timelines‘, welches durch eine komplizierte Handlung krampfhaft versucht, alle Serien und Filme vor Abrams mit Hilfe der im Trek-Fandom beliebten Figur Q zusammenzuführen.

Das Spiel ist toll animiert und mit schönen Zeichnungen versehen, leidet im Deutschen jedoch dadrunter, dass es nicht vollständig oder – sollte dies vollständig sein – mit einem Standard unter Google Translate übersetzt wurde.

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IMG_0903Trotz alledem positionieren sich die Entwickler auch inhaltlich und philosophisch jenseits der Abrams-Gang und betonen, dass sie mit ihrem Spiel eine Trek-Vision transportieren wollen, die einen Zukunftoptimismus mit sich bringt, den Glauben in Fortschritt und Gleichheit stärkt und die Liebe zum Entdecken initiiert. Das steht in scharfem Gegensatz zu den Abramstrek-Filmen, die von dem Team von ‚This Week in Trek‘ zurecht als „Enterprise Destruction Porn“ bezeichnet wurden.

Alles in allem gehen vermehrt durch solche Veröffentlichungen kleine – aber immerhin – Signale von CBS (bzw. in ersterem Fall CBS All Access und in letzterem Fall von der CBS-Tocher CBS Interactive) aus, dass sich der Mediengroßkonzern von Bad Robot distanziert und damit vielleicht das Ende von Abramstrek einläutet.

Die Abrams-Gang und Paramount wiederum trudeln weiter von einem Desaster zum anderen. Zunächst sprang der talentfreie Neocon-Drehbuchautor Bob Orci von dem Projekt ab und die Studiobosse verhinderten, dass kommende Drehbuchautoren seine Entwürfe weiterbenutzen dürfen. Für Simon Pegg, der nach Orcis dubiosem Abgang seinen Job als Drehbuchautor übernahm, blieb realistischerweise nicht genug Zeit, ein ordentliches Skript zu schreiben – das Veröffentlichungsdatum musste nämlich im Jubiläumgsjahr 2016 bleiben. Dann beweisen Bad Robot und Paramount im Kampf um die Herzen der Trekkies, dass sie nichts von der bisherigen Kritik aus dem Fandom verstanden haben und veröffentlichen einen Trailer, der zurecht mit dem Satz endet „Okay, das machen wir nicht nochmal!“ Schon 2014 aufgetauchte Gerüchte, dass die Studiobosse wollten, dass ‚Star Trek Beyond’/’Beyond Star Trek‘ mehr wie ‚Guardians of the Galaxy‘ sein solle, taten ihr Übriges und waren somit bestätigt. Zu guter Letzt distanzierte sich Pegg quasi von dem Trailer zu dem von ihm geschriebenen Film. Jetzt fehlt nur noch, dass er nicht zur Premiere des Films kommt.

Wenn diese desaströse Entwicklung so weiter geht, wird das Abramstrek-Abenteuer im Jahr 2016 enden und CBS steht bereits in den Startlöchern, um 2017 beim alten Trek – welches 2005 mit ‚Star Trek Enterprise‘ vorläufig geendet hatte – wiederanzuknüpfen und neue Abenteuer „dort, wo noch nie jemand zuvor gewesen ist“ zu starten.

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Zum ersten Mal habe ich das Buch ‚Star Wars: Schatten des Imperiums‘ von Steve Perry (nicht dem Sänger, sondern dem Buchautor) gelesen. Der Roman ist Teil des ersten „Multimedia-Projektes“ von ‚Lucasfilm‘ aus dem Jahr 1996. Das Projekt war mit einem Trailer angekündigt worden, der im Internet für Aufsehen sorgte. Damals dachten viele ‚Star Wars‘-Fans, dass ein neuer Film – kein Prequel und kein Sequel, sondern ein „Midquel“ – anstehen würde. Die Befürchtungen bei ‚Lucasfilm‘ gingen so weit, dass sie den Trailer zurückzogen.

Teil des „Multimedia-Projektes“ waren unter anderem ein Roman (hier auf Englisch
und als E-Book), ein N64-Spiel, ein PC-Spiel, ein Comic, ein Soundtrack und diverse Action-Figuren. Der Soundtrack ist durchaus gut (vielleicht 3,5 von 5 Sternen) und bewegt sich voll und ganz im von John Williams geschaffenen Musik-Universum. Mit Joel McNeely hätte Williams in den 90er Jahren einen würdigen Nachfolger gefunden. Doch mittlerweile dürfte Michael Giacchino der bessere Kandidat für die Williams-Nachfolge sein.

Der Roman ist gut, es kommt durchaus ein bisschen ‚Star Wars‘-Feeling auf. Negativ anzumerken sind die nicht gerade emanzipatorischen Frauenbilder, eher langweilig beschriebene Schlachten und Kämpfe sowie ein bisschen zu abrupte Wechsel zwischen den verschiedenen Elementen des Buches. Aber die Story ist gut und es macht Spaß, herauszufinden, was mit Ben Kenobis Hütte geworden ist oder wie die Rebellen genau an die Pläne für den neuen Todesstern gekommen sind. Alles in allem wohl auch 3,5 von 5 Sterne.

Wer keine Lust auf das Buch hat, kann auch ein wenig ‚Star Wars‘-Feeling erleben, wenn er sich die Cutscenes des Computerspiels ankuckt. Ingesamt sind Teil 1 und 2 knapp 12 Minuten lang – also schon fast eine halbe ‚Clone Wars‘-Folge. Vielleicht eine nette Überbrückung, bis ‚Star Wars: Rebels‘ losgeht (klasse Trailer auf Deutsch und auf Englisch). Die Story in den Spielen verlief aber etwas anders als im Buch.

Nun ist er endlich raus – und die Erwartungen wurden noch einmal unterboten: ‚Star Trek Into Darkness‘ von J.J. Abrams. Ich könnte mich nur aufregen, stattdessen eine Sammlung der besten Zusammenfassungen:

Matt Goldberg: STAR TREK INTO DARKNESS Review, collider.com 16.05.2013.

Ed Whitfield: Film Review: Star Trek Into Darkness, theoohtray.com 09.05.2013.

Auf WhatCulture.com hat sich jemand die Mühe gemacht und die 10 größten Plot-Löcher mal zu beleuchten:

Amarpal Biring: Star Trek Into Darkness: 10 Things That Make No Sense, whatculture.com 13.05.2013.

Auf Twitter finden sich natürlich sich noch mehr.

Auf unrealitymag.com hat ein Autor die „16 of the Most Irritating Plot Points from Star Trek Into Darkness“ notiert:

Paul Tassi: 16 of the Most Irritating Plot Points from Star Trek Into Darkness, unrealitymag.com 23.05.2013.

Diesem Story-Schreiber-Fazit ist natürlich auch zuzustimmen.

Christian und Tamino vom Podcast ‚Second Unit‘ haben beide Filme auch ausreichend aus der Sicht eines interessierten Laien bzw. eines ‚Star Trek‘-Fan besprochen.

Dieses Fazit fasst es gut zusammen:

„Der Grund, warum ‚Star Trek Into Darkness‘ für mich letztendlich scheitert, ist, dass ich an diesen Film Ansprüche gestellt habe, die sicher höher sind, als wenn hier kein Star Trek im Titel auftauchen würde. Deswegen auch an dieser Stelle von mir das halbseidene Lob: Als flott gemachter und sehr aufwändig inszenierter Blockbuster, bei dem man die Gehirnzellen im Halbschlaf lassen sollte, funktioniert „Star Trek Into Darkness“ durchaus. Wer also mit keiner höheren Ambition an diesen Film rangeht, als einen kurzweiligen, toll getricksten Actionfilm sehen zu wollen, der wird seinen Spaß damit haben. Doch als alteingessener Trekkie wollte ich mehr – und bekam es leider nicht.“

Und das Fazit teile ich auch:

„Das Star-Trek-Franchise ist tot und als hirnloser Blockbuster-Zombie wiederauferstanden.“

Philipp Süßmann: Die zweite Meinung: Star Trek Into Darkness trägt das Franchise zu Grabe, filmjunkies.de 11.05.2013.

Leider ist nicht einmal der Score von Michael Giacchino so gut wie beim ersten Mal. Alles in allem eine traurige Veranstaltung.