Archiv für die Kategorie ‘Star Wars’

Nach dem kreativen Desaster von J.J. Abrams aktuellem Machwerk ‚Star Wars: The Force Awakens‘ bin ich verstärkt dem Indy-Fieber verfallen. Das kam nicht von ungefähr: In Episode 7 wurde ein Weltraum-Abenteuer angedeutet, welches dann jedoch leider nicht stattfand. Insofern schien es konsequent, sich dem größten Abenteuerhelden der vergangenen 35 Jahren zuzuwenden: Prof. Henry „Indiana“ Jones Junior. Erst habe ich nochmal alle drei Kinofilme gesehen und dabei natürlich die Scores von John Williams genossen. Doch dann endete leider das visuelle Erlebnis.

Dann habe ich mit ‚High Road to China‘ (alternativ beworben unter dem Titel ‚Raiders of the End of the World‘ und zu Deutsch: ‚Höllenjagd bis ans Ende der Welt‘) den Tom-Selleck-Versuch eines Indy-Pendants gesehen. Dieser Film hat tolle Landschaftsaufnahmen mit den schön anzusehenden Flugzeugen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges im Fokus. Die Story des Films wiederum ist grauenhaft und die Geschlechterrollen sind mit unterirdisch noch nett beschrieben.

Mit ‚Indiana Jones und der Stab der Könige‘ gibt es übrigens ein hübsches Indy-Spiel für die Wii und die PlayStation 2 aus dem Jahr 2009. Das Spiel hat sogar einen Koop-Modus, in dem man zu zweit Vater und Sohn Jones spielen kann und gemeinsam Abenteuer haben und Rätsel lösen kann. Dessen Vorgänger ‚Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft‘ aus dem Jahr 2003 wiederum ist mehr ein Schieß- und Prügelspiel ohne größere Rätsel. Bei diesem kommt nur wenig Indy-Feeling auf. Außerdem sind die Darstellungen von chinesischen Frauen und Männern klar vorurteilsbelastet, wenn nicht sogar offen rassistisch.

Bild eines Chinesen aus Indy und die Legende der Kaisergruft

Wenn das nicht rassistisch ist, weiß ich auch nicht…

Die beiden Spiele sind unterschiedlich gut und machen mehr oder weniger Spaß, aber eines haben sie gemeinsam: Wirklich schöne Scores von Clint Bajakian (‚Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft‘) sowie von Gordy Haab und Ray Harman (‚Indiana Jones und der Stab der Könige‘). Ersterer hat bereits in den 1990er Jahren eng mit LucasArts zusammengearbeitet und bereits für ‚Monkey Island 2: Le Chuck’s Revenge‘ die Musik geschrieben, in letzter Zeit kennt man ihn eher von der Musik für Spiele wie die der ‚Uncharted‘-Reihe. Haab und Harman wiederum sind seit 2009 zu den Hauskomponisten bei LucasArts aufgestiegen und haben die Musik zu ‚Star Wars: Knights of the Old Republic‘ und den grafisch super aussehenden Shooter ‚Star Wars Battlefront‘ komponiert. Man hört den beiden Scores an, dass sie nicht von einem Orchester vertont wurden („Keyboard-Indy“), aber sie lassen Indy-Feeling aufkommen und machen Spaß. Links zu den Game Soundtracks findet ihr unter diesem Blogeintrag.

Doch zurück zu Indy: Um Filmen eine tiefere Ebene geben zu können, lohnt es sich meist, wissenschaftliche Aufsätze zu lesen. So gibt es auch einen interessanten Aufsatz zu Indiana Jones:

Katherine Biber: The Emperor’s new Clones: Indiana Jones and Masculinity in Reagan’s America, in: Australasian Journal of American Studies, Jg. 14 (1995), Nr. 2, S. 67–86. Hier abrufbar.

Biber beschreibt darin, wie sehr Prof. Henry Jones Junior ein Archetyp eines (männlichen) Helden ist und welche Parallelen sich zu James Bond, Superman und Han Solo ergeben. Mit einem Zitat aus dem Anfang des Aufsatzes kommen wir auch ganz schnell wieder zurück zu J.J. Abrams:

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Biber: Indiana Jones and Masculinity in Reagan’s America, S. 69.

In diesem Sinne ist Abrams der ideale Schüler von Steven Spielberg und hat mit ‚Star Wars: The Force Awakens‘ ein weiteres Mal bewiesen, wie sehr er die „Regression zum Infantilismus“ in seinen Filmen praktisch auslebt.

Indiana Jones and the Emperor’s Tomb‘ als Soundtrack auf YouTube (zusammenhängend).

Bei ‚Indiana Jones und der Stab der Könige‘ wiederum ist es nicht so einfach. Hier die nach diesem Link rekonstruierten Tracks auf YouTube:

  1. Gordy Haab: Cable Car Chase
  2. Gordy Haab: Chinatown Alley Fight
  3. Ray Harman: Chinatown SF
  4. Gordy Haab: Combat Mix
  5. Gordy Haab: Elephant Chase
  6. Gordy Haab: Fight in Panama
  7. Gordy Haab: Fight in the Desert
  8. Ray Harman: German Puzzle
  9. Ray Harman: Istanbul Museum
  10. Gordy Haab: Jungle Encounter
  11. Gordy Haab: Magnus Theme
  12. Gordy Haab: Nazi Battle
  13. Gordy Haab: Run for Your Life
  14. Gordy Haab: Sea Bed Chase
  15. Ray Harman: Sudan Desert
  16. Ray Harman: Turkish Suspense

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Die Zeichen mehren sich, dass sich CBS vollständig von dem gemeinsam mit Paramount initiierten Projekt eines kombinierten ‚Star Trek‘-Universums unter der Aufsicht von Bad Robot, der Produktionsfirma von J.J. Abrams, entfernt und wieder eigene Wege geht – zurück zum alten ‚Star Trek‘. Nach der Spaltung Viacoms in das neue Viacom und den in CBS umbenannten Altkonzern im Jahre 2005, zerfielen die Rechte an ‚Star Trek‘ auf zwei verschiedene Großkonzerne. Durch den kreativen und kommerziellen Flop von ‚Star Trek: Nemesis‘ und das (viel zu frühe) Absetzen von ‚Star Trek: Enterprise‘ schien das Franchise eh am Boden, doch nun wurde es noch schwieriger, irgendwelche Fortsetzungen in die Wege zu leiten. Der damalige Paramount-Chef Gail Berman überzeugte die CBS-Oberen auf eine neue Trek-Serie zu verzichten, um neue Wege im Filmuniversum zu gehen. Die beiden Konzerne schlossen daraufhin mit Bad Robot einen Vertrag, der die Lizenzen in die Hände von J.J. Abrams legte und diesem das Recht gab, drei Kinofilme, mehrere Serien, diverse Videospiele und noch dazu verschiedene Comic-Reihen zu schaffen (eigentlich wurde der Vertrag nur zwischen Paramount und Bad Robot geschlossen, aber CBS war indirekt involviert – über die Lizenzen). Abrams erhielt sogar das Recht zum „Final Cut“, ein Privileg, welches nicht viele Regisseure in Hollywood haben.

Der erste Film und der Startpunkt des neuen Universums war der Streifen ‚Star Trek: Die Zukunft hat begonnen‘ (so wurde er meist in Deutschland beworben, auch wenn Abrams anmaßend ihn einfach nur ‚Star Trek‘ genannt hatte) aus dem Jahr 2009. Mit quasi nicht-vorhandenden Frauenrollen, dem Ausbleiben des Verständnisses für die Philosophie von Gene Roddenberry, einer mittelmäßigen Story, einem sehr guten und passenden Cast und einem grandiosen Score gelang Abrams und dem Team von Bad Robot ein durchwachsener Start in das neue Universum. Kommerziell war der Film ziemlich erfolgreich und das Gespann aus Paramount und Bad Robot machte sich daran, weitere Filme zu drehen. Doch trotz alledem geriet fortan das gesamte Abramstrek-Projekt ins Trudeln.

Zunächst verlangte Abrams von CBS, dass der Konzern den Verkauf von Alt-‚Star Trek‘-Produkten (vor allem Bücher, Comics, Kartenspiele und diverses Merchandise) einstellen solle. Das neue Abramstrek sei das einzig wahre ‚Star Trek‘, soll der Regisseur und Produzent zu dieser Gelegenheit gesagt haben. Doch die Oberen im CBS-Konzern sahen das nicht ein und verkauften weiterhin ihre Lizenprodukte, da diese eine zwar niedrige aber konstante Einnahmequelle war. Dies führte zur Parallelität von altem und neuem Trek.

Die Comic-Reihe der Abrams-Gang startete okay, entwickelte sich jedoch schnell zu reinem Mittelmaß. Gerüchte über eine neue Trek-Serie tauchten immer wieder auf, wurden jedoch nie konkret. Mit dem Computerspiel ‚Star Trek: The Video Game‘ (ein Titel, der wieder die Anmaßung Abrams‘ im Namen trug) brachte das kanadische Studio Digital Extremes ein äußerst ambitioniertes Projekt mit der Abramstrek-Lizenz auf den Weg. Im englischsprachigen Original waren alle Schauspieler der neuen Filme als Synchronsprecher angeheuert. Das Spiel konnte jedoch überhaupt nicht überzeugen. Die Grafik reichte nicht über Spiele wie ‚Star Trek Voyager: Elite Force‘ hinaus und selbst der grandiose Score von Chad Seiter (der gegenüber dem Mateschrank bestätigte, gerne mal zum Trek-Franchise wiederkommen zu wollen) konnte das Spiel nicht retten. Es endete als Desaster.

Doch dabei sollte es nicht bleiben: Im Jahr 2013 erschien mit ‚Star Trek Into Darkness‘ der zwölfte Kinofilm des Trek-Franchises. Die Frauenrollen sind katastrophal, die politische und philosophische Botschaft platt wie aus einer Zeichentrickserie, die Handlung zerfällt nach einer halben Stunde, das große Mysterium zündete überhaupt nicht und selbst der Score von Michael Giacchino konnte nicht überzeugen. Konsequenterweise floppte das kreative Desaster auch relativ an den Kinokassen und konnte die Paramount-Zielmarken nicht erreichen (selbstverständlich spielte der Film sehr viel Geld ein, doch das Rechnen der Anzugträger in Hollywood läuft etwas anders). Zu allem Überfluss machte Abrams selbst das verkorkste Videospiel teilweise für sein Desaster verantwortlich. Ein schlechter Verlierer halt.

Das Abramstrek-Abenteuer stand damit fünf Jahre nach seinem Start vor einem Scherbenhaufen: Das Videospiel war total gefloppt, die Comic-Reihe dümpelte vor sich hin, der aktuelle Film verprellte das Fandom und erreichte nicht die von den Anzugträgern gesetzten Marken und eine weitere Serie schien nicht in Sicht. Darüberhinaus entwickelte Abrams gemeinsam mit Bad Robot eine Sci-Fi-Serie mit dem beliebten ‚Star Trek‘-Darsteller Karl Urban. Doch es war kein Abramstrek-Produkt: ‚Almost Human‘ startete im November 2013 auf dem CBS-Konkurrenzsender FOX. Das Tuch schien zerrissen. Abrams selbst floh zu Disney und Lucasfilm, um weiterhin eine Schneise der Verwüstung durch die popkulturelle Landschaft zu schlagen und mit ‚Star Wars: The Force Awakens‘ einen Film herauszubringen, der größtenteils ohne Skript ausgekommen zu sein scheint.

Fortan wagte sich CBS etwas aus der Deckung und zeigte immer weniger Respekt vor dem gemeinsamen Deal mit Bad Robot. Im Mai 2015 erschien mit ‚Trexels‘ ein Spiel für mobile Endgeräte, welches ein wenig altes Trek-Flair mit sich brachte. Im November desselben Jahres kündigte startrek.com dann endlich an, dass es eine neue ‚Star Trek‘-Serie geben würde. Diese stünde in keinem Zusammenhang zu dem neuesten Abramstrek-Film ‚Star Trek Beyond’/’Beyond Star Trek‘. Ob die Serie überhaupt im Zusammenhang mit dem Abramsverse steht, ist bisher ungeklärt. Während sich viele Fans Gedanken wegen der eigenartigen Veröffentlichungsweise auf dem CBS-Portal All Access machten, bleiben die weiteren Details der Veröffentlichung meist unbeachtet: Mit Alex Kurtzman wird zwar ein Mitglied der Abrams-Gang der Showrunner, jedoch nicht mit Bad Robot als Produktionsfirma, sondern mit seiner eigenen Firma Secret Hideout. Und das, obwohl erstere Firma nicht nur Sci-Fi-Erfahrung mit ‚Almost Human‘ hat, sondern bereits auf 18 Jahre TV-Produktionserfahrung zurückblicken kann. Es schien, als sei Kurtzmann das letzte Überbleibsel des BadRobot-Deals und quasi nur noch als Abfindung für Abrams und seine Mannen dabei.

Im Dezember 2015 schnellte dann noch das deutsche Fandom hochfreudig aus den Sitzen, als startrek.de ein erstes angebliches Poster der neuen ‚Star Trek‘-Serie von CBS brachte – mit einem Schiff der Sovereign-Klasse, also aus dem „klassischen“ Trek-Universum. Die neue CBS-Serie soll den Namen ‚Star Trek Prime‘ tragen, eine eindeutige Anspielung auf das Prime-Universum, wie das klassische Trek-Universum vor Abrams genannt wurde. Später zog startrek.de das Poster zurück und damit auch die Anerkennung der Echtheit, doch wie es dazu kam, dass solch eine Meldung auf startrek.de veröffentlicht wurde, bleibt schleierhaft.

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In das neue Jahr startete CBS dann mit zwei Apps für mobile Endgeräte, die nun wieder keinen Bezug zum Abramstrek-Universum haben. Auf der einen Seite ist da das Point-and-Click-Adventure ‚Star Trek Timelines‘ von der Spieleschmiede Disruptor Beam und auf der anderen Seite ‚Star Trek: Wrath of Gems‘ von Genera. Letzteres Spiel gibt dem Spieler die Auswahl zwischen dem TOS- und dem TNG-Universum, entpuppt sich dann aber schnell als einfacher ‚Candy Crush‘-Klon. Dieser ist war nett animiert, was den Trek-Bezug angeht, ist sonst aber nicht besonders kreativ.

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Auf der anderen Seite steht da ‚Star Trek Timelines‘, welches durch eine komplizierte Handlung krampfhaft versucht, alle Serien und Filme vor Abrams mit Hilfe der im Trek-Fandom beliebten Figur Q zusammenzuführen.

Das Spiel ist toll animiert und mit schönen Zeichnungen versehen, leidet im Deutschen jedoch dadrunter, dass es nicht vollständig oder – sollte dies vollständig sein – mit einem Standard unter Google Translate übersetzt wurde.

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IMG_0903Trotz alledem positionieren sich die Entwickler auch inhaltlich und philosophisch jenseits der Abrams-Gang und betonen, dass sie mit ihrem Spiel eine Trek-Vision transportieren wollen, die einen Zukunftoptimismus mit sich bringt, den Glauben in Fortschritt und Gleichheit stärkt und die Liebe zum Entdecken initiiert. Das steht in scharfem Gegensatz zu den Abramstrek-Filmen, die von dem Team von ‚This Week in Trek‘ zurecht als „Enterprise Destruction Porn“ bezeichnet wurden.

Alles in allem gehen vermehrt durch solche Veröffentlichungen kleine – aber immerhin – Signale von CBS (bzw. in ersterem Fall CBS All Access und in letzterem Fall von der CBS-Tocher CBS Interactive) aus, dass sich der Mediengroßkonzern von Bad Robot distanziert und damit vielleicht das Ende von Abramstrek einläutet.

Die Abrams-Gang und Paramount wiederum trudeln weiter von einem Desaster zum anderen. Zunächst sprang der talentfreie Neocon-Drehbuchautor Bob Orci von dem Projekt ab und die Studiobosse verhinderten, dass kommende Drehbuchautoren seine Entwürfe weiterbenutzen dürfen. Für Simon Pegg, der nach Orcis dubiosem Abgang seinen Job als Drehbuchautor übernahm, blieb realistischerweise nicht genug Zeit, ein ordentliches Skript zu schreiben – das Veröffentlichungsdatum musste nämlich im Jubiläumgsjahr 2016 bleiben. Dann beweisen Bad Robot und Paramount im Kampf um die Herzen der Trekkies, dass sie nichts von der bisherigen Kritik aus dem Fandom verstanden haben und veröffentlichen einen Trailer, der zurecht mit dem Satz endet „Okay, das machen wir nicht nochmal!“ Schon 2014 aufgetauchte Gerüchte, dass die Studiobosse wollten, dass ‚Star Trek Beyond’/’Beyond Star Trek‘ mehr wie ‚Guardians of the Galaxy‘ sein solle, taten ihr Übriges und waren somit bestätigt. Zu guter Letzt distanzierte sich Pegg quasi von dem Trailer zu dem von ihm geschriebenen Film. Jetzt fehlt nur noch, dass er nicht zur Premiere des Films kommt.

Wenn diese desaströse Entwicklung so weiter geht, wird das Abramstrek-Abenteuer im Jahr 2016 enden und CBS steht bereits in den Startlöchern, um 2017 beim alten Trek – welches 2005 mit ‚Star Trek Enterprise‘ vorläufig geendet hatte – wiederanzuknüpfen und neue Abenteuer „dort, wo noch nie jemand zuvor gewesen ist“ zu starten.

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Die Prequels gehen weiter

Veröffentlicht: 22. Dezember 2015 von mateschrank in Abrams, Filme, John Williams, Lucas, Lucasfilm, Star Trek, Star Wars

== Review inklusive Spoiler für ‚Star Wars: The Force Awakens‘ ==

Nach einem großen Hype ist nun endlich ‚Star Wars Episode 7: The Force Awakens‘ erschienen. Der Film beginnt stark mit der Einführung der drei neuen Hauptcharaktere Poe, Finn und Rae (auch wenn Poe schnell wieder verschwindet), doch ab circa einer Stunde fällt wieder alles auseinander. In typischer Abrams-Manier wird dann in der zweiten Hälfte des Films alles Mögliche sinnlos recyclet und mehr auf Effekte als auf Handlung und Charakterentwicklung gesetzt.

Die Handlung wirft mehr Fragen auf als bestimmt jeder Abrams-Film zuvor:

Wie soll das gehen von Lichtgeschwindigkeit auf einen Planeten zu hüpfen? Wieso verhängt der Erste Orden keine Blockade über Jakku (dazu hat man Sternenzerstörer), wenn sie auf dem Planeten einen Droiden suchen? Wieso gibt es noch die Rebellion, wenn die neue Republik auch schon wieder existiert (die Rebellion hat ja für die Wiederherstellung der Republik gekämpft)? Wie konnte der Erste Orden Poe nicht auf dem Planeten finden? Wie stark ist der Erste Orden (hat er nur einen Planeten?)? Ist er mit der Vernichtung des Hauptplaneten nun ebenso vernichtet? Wie stark war die Neue Republik? Ist sie nun vollständig untergegangen? Wie kann BB-8s Karte einen „unbekannten Teil der Galaxis“ abbilden (wie es am Anfang des Films gesagt wird), wenn sie am Ende des Films so eindeutig in R2-D2s Karte hineinpasst? Kennt der Widerstand dieses Viertel der Galaxis einfach nicht? Wieso nicht?

Und noch viele Fragen mehr…

Der Film ist nach Oscarpreisträger Michael Arndts Rausschmiss deutlich umgeschrieben worden und das Skript ist geprägt durch offensichtlich schlechtes Schreiben (die Hälfte der längeren Unterhaltungen werden wieder durch Explosionen und andere „Zufälle“ unterbrochen (wie bei ‚Star Trek 12‘), die Herkunft von Lukes Lichtschwert wird nicht erklärt, Rae wird zur zweitmächtigsten Jedi, indem sie gefoltert wird und weil sie es will sowie noch vieles mehr).

Dieser Film hat gar keine Brücke zur Original-Trilogie geschlagen, da er anscheinend in einem komplett anderen Teil des Universums spielt und kaum Fragen beantwortet, sondern nur neue aufwirft. Auch in dieser Frage ist das Machwerk eine herbe Enttäuschung. Solche Aussagen eines Drehbuchautors haben ja schon vorher jeden ‚Star Wars‘-Fan erschüttern lassen, wer da ans Skript gelassen wurde:

„And with the canon — everyone refers to the canon, but it has zero meaning to me. I don’t know what the canon is. I cannot get that straight.“

Aus: Josh Rottenberg: Star Wars screenwriter Lawrence Kasdan on the past, present and future of ‚Star Wars‘, latimes.com 03.12.2015.

Das Duo Abrams und Kasdan haben dafür extra den talentierteren Drehbuchautor gefeuert, damit Abrams sein belangloses Effektfeuerwerk abziehen kann:

„Episode VII hat sich entscheidend verändert, seit Oscarpreisträger Michael Arndt das Projekt verlassen hat. Mehreren Quellen zufolge war der Grund für diese Trennung nicht der Zeitfaktor, wie zeitweise vermeldet wurde, sondern Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Hauptfiguren.

In Arndts Version standen die Nachfahren von Luke, Han und Leia im Mittelpunkt, während die alten Helden nur in Nebenrollen auftauchen sollten. Abrams wollte hingegen, dass die alten Helden zumindest in Episode VII erneut im Mittelpunkt stehen, damit sich die Zuschauer von ihnen verabschieden können. Die neuen Figuren werden hingegen nur Nebenrollen übernehmen und erst in Episode VIII und IX im Mittelpunkt stehen. Aus diesem Grund wurden einige Figuren aus Arndts Drehbuch gestrichen, einige neue wurden hinzugefügt.“

Aus: Aaron: Gerüchtemix: Die Großen Drei im Mittelpunkt, starwars-union.de 12.01.2014.

Die Musik von John Williams kann leider auch nicht überzeugen und wirkt zur Hälfte abgekupfert und zur anderen Hälfte ideenlos. Auch hier stellen sich wieder Fragen, wie z.B. Wenn der Erste Orden so offensichtlich die Fortsetzung des Imperiums ist, wieso ist die Musik dann eine komplett andere?

Abrams Regiestil (schnelle Schnitte, fahrende Kameras an Menschen entlang und um Menschen herum, Wackelkamera etc.) ist eindeutig wiederzuerkennen und er erinnert stark an die Abramstrek-Filme, was auf einer zusätzlichen Ebene verwirrend ist.

Am Anfang beginnt der Film wie ein Space-Adventure, was richtig Spaß hätte machen können. Vielleicht ging ja Arndts Drehbuch in diese Richtung. Die rote Linie auf der Galaxiskarte der beiden Droiden deutet so etwas an und lässt etwas viel Kreativeres erahnen. Leider biegt die Handlung dann in Maz Kanatas Festung ab und der Film wird immer schneller und substanzloser.

Insgesamt bleibt zu sagen: ‚The Force Awakens‘ hat zu wenig Handlung, zu viele Re-Hashes, zu viele Plot-Löcher („so groß wie Arizona“, wie Fefe schrieb), zu viele Zufälle, zu wenig Charakterentwicklung, zu viele Charaktere, zu viel sinnloser offensichtlicher Fan-Service (wie z.B. der „zufällig“ angeschaltete Dejarik-Tisch), ein zu schlechter Score und noch vieles mehr. Das, was Abrams hier abgeliefert hat ist eine Fortsetzung der Prequels ohne großes Gefühl für die Stärken der Original-Trilogie.

J.J. Abrams hat als Drehbuchautor und Regisseur – von ‚Filofax – Ich bin du und du bist nichts‘ (Originaltitel: ‚Taking Care of Business‘ – eine Komödie mit Jim Belushi auf der Höhe seiner Zeit, die nicht lustig ist) an – fast alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Sein Exkurs ins ‚Star Trek‘-Universum endete im kreativen Desaster und CBS scheint sich davon nun auch leicht distanzieren zu wollen. ‚Star Wars: The Force Awakens‘ ist ein weiterer Beweis dafür, dass Abrams zwar beeindruckende Bilder erzeugen aber keine guten Geschichten erzählen kann. Es ist einfach nur enttäuschend. Jetzt müssen ‚Rogue One‘ und ‚Episode 8‘ alles wieder ausbügeln. Soweit das überhaupt möglich ist…

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Seit neuestem läuft die neue ‚Star Wars‘-Serie ‚Star Wars: Rebels‘. Was erst wirkte, als wolle Disney ‚Star Wars: Clone Wars‘ einfach auf seinen eigenen Kanälen (ABC, DisneyXD und Disney Channel) fortführen, entpuppte sich als etwas ganz anderes. Sowohl hinter den Kulissen als auch in der Substanz ist die Serie etwas eigenes. Hinter den Kulissen bei ‚Star Wars: Clone Wars‘ hatte George Lucas das Sagen. In der Story-Group entschieden Lucas und sein Lucasfilm-Animated-Ziehsohn Dave Filoni alles. Die Beziehung von beiden war sogar so harmonisch, dass Filoni manchmal die Sätze beendete, die Lucas begonnen hatte. ‚Clone Wars‘ war das persönliche Lieblingsprojekt von Lucas und wenn es sein musste, schoss er Geld dazu, damit aus den Folgen auch etwas wurde. Doch Lucas hatte auch eine Einschränkung gemacht, die nahezu dauerhaft galt: Die Musik von Kevin Kiner durfte nicht die Melodien von Williams wiederbenutzen. ‚Clone Wars‘ sollte etwas eigenes sein.

Doch nun ist alles anders. ‚Rebels‘ hat nur das Budget einer normalen Disney-Serie und wirkt wesentlich schlechter animiert als ‚Clone Wars‘. George Lucas spielt keine Rolle mehr und Filoni ist eingebunden in die größere Story-Group unter Pablo Hidalgo, der als lebendes ‚Star Wars‘-Lexikon gilt. Kiner darf unter der neuen Regie auch alle Themen von Williams nutzen und das bringt schon wesentlich mehr ‚Star Wars‘-Feeling mit rein.

Die Serie ist durchaus kindergerecht. Vietnamkriegs-Folgen wie der Umbara-Story-Arc oder das reihenweise Köpfeabschlagen von Darth Maul in der fünften Staffel von ‚Clone Wars‘ scheinen nicht mehr möglich zu sein. Doch Story-Elemente wie explodierendes Graffiti-Spray, gegen Rebellen hilflose Sternenzerstörer, stets wackelnde Charaktere (es soll wohl Mimik und Gestik sein, wirkt aber vollkommen übertrieben) und Sturmtruppler, die kein einziges Ziel treffen lassen, lassen die Serie ziemlich „kiddyfied“ erscheinen.

Doch wenn man all diese Makel akzeptiert, dann macht die Serie durchaus etwas Spaß. Im Gegensatz zu ‚Clone Wars‘ gibt es eine die Staffeln überspannende Geschichte. Die Charaktere können sich entwickeln und das merkt man schon nach 60 Minuten Laufzeit. Was oft an der Prequel-Trilogie kritisiert wurde, wurde auch schon in ‚Rebels‘ geradegebügelt: Das Schicksal der einfachen Menschen. Während die ‚Star Wars‘-Episoden eins bis drei nur Politiker zeigten, erfahren wir in ‚Rebels‘, wie es den normalen Bürgern des Imperiums ergeht. Egal ob genozidale Massaker an den Lasat, die getöteten Eltern von Ezra und Sabine oder die ausgestoßenen Bewohner von Tarkin-Town – den Zuschauern wird bewusst, was es heißt, unter dem Imperium zu leben.

Der Fokus des ‚Star Wars‘-Universums verschiebt sich somit von der Prequel-Trilogie wieder hin zur klassischen. Das macht Lust auf die neue Trilogie, die mit den alten Recken beginnt und die neuen Helden einführt.

Zum ersten Mal habe ich das Buch ‚Star Wars: Schatten des Imperiums‘ von Steve Perry (nicht dem Sänger, sondern dem Buchautor) gelesen. Der Roman ist Teil des ersten „Multimedia-Projektes“ von ‚Lucasfilm‘ aus dem Jahr 1996. Das Projekt war mit einem Trailer angekündigt worden, der im Internet für Aufsehen sorgte. Damals dachten viele ‚Star Wars‘-Fans, dass ein neuer Film – kein Prequel und kein Sequel, sondern ein „Midquel“ – anstehen würde. Die Befürchtungen bei ‚Lucasfilm‘ gingen so weit, dass sie den Trailer zurückzogen.

Teil des „Multimedia-Projektes“ waren unter anderem ein Roman (hier auf Englisch
und als E-Book), ein N64-Spiel, ein PC-Spiel, ein Comic, ein Soundtrack und diverse Action-Figuren. Der Soundtrack ist durchaus gut (vielleicht 3,5 von 5 Sternen) und bewegt sich voll und ganz im von John Williams geschaffenen Musik-Universum. Mit Joel McNeely hätte Williams in den 90er Jahren einen würdigen Nachfolger gefunden. Doch mittlerweile dürfte Michael Giacchino der bessere Kandidat für die Williams-Nachfolge sein.

Der Roman ist gut, es kommt durchaus ein bisschen ‚Star Wars‘-Feeling auf. Negativ anzumerken sind die nicht gerade emanzipatorischen Frauenbilder, eher langweilig beschriebene Schlachten und Kämpfe sowie ein bisschen zu abrupte Wechsel zwischen den verschiedenen Elementen des Buches. Aber die Story ist gut und es macht Spaß, herauszufinden, was mit Ben Kenobis Hütte geworden ist oder wie die Rebellen genau an die Pläne für den neuen Todesstern gekommen sind. Alles in allem wohl auch 3,5 von 5 Sterne.

Wer keine Lust auf das Buch hat, kann auch ein wenig ‚Star Wars‘-Feeling erleben, wenn er sich die Cutscenes des Computerspiels ankuckt. Ingesamt sind Teil 1 und 2 knapp 12 Minuten lang – also schon fast eine halbe ‚Clone Wars‘-Folge. Vielleicht eine nette Überbrückung, bis ‚Star Wars: Rebels‘ losgeht (klasse Trailer auf Deutsch und auf Englisch). Die Story in den Spielen verlief aber etwas anders als im Buch.

A ‚The Clone Wars‘ soundtrack will come!

Veröffentlicht: 18. August 2013 von mateschrank in Clone Wars, Disney, Lucas, Lucasfilm, Soundtracks, Star Wars

The animated series ‚Star Wars: The Clone Wars‘ will get a soundtrack. I hope it will contain the following awesome ‚Star Wars: The Clone Wars‘ audio moments:

  • ‚Shadow of Malevolence‘: Attack on the Malevolence
  • ‚Destroy Malevolence‘: The Destruction of the Malevolence
  • ‚Duel of the Droids‘: R2D2 fighting on the platform with the rogue R3 unit R3-S6
  • ‚Hunt for Ziro‘: Bane meets the Jedi
  • ‚Heroes on Both Sides‘: The Terrorist Attack
  • ‚The Citadel‘: Carbon Freezing
  • ‚Citadel Rescue‘: A Jedi’s Death
  • ‚Carnage of Krell‘: The Mutineers March
  • ‚The Lawless‘: The Sith Fight
  • ‚The Jedi Who Knew Too Much‘: several dark republic moments/themes like the presentation of the prison, Tarkin’s walk, Skywalker wants to meet Ahsoka in the prison and some moments from Ahsoka’s escape
  • ‚The Wrong Jedi‘: Ahsoka leaving

Maybe someone from Lucasfilm reads this and forwards the blog entry to Kevin Kiner 😛

He does his job very well!

Heute mal ein Kurzfilm…

Veröffentlicht: 9. März 2013 von theheartlandblog in Lucas, Star Wars

Wann kuckt man schon mal Kurzfilme? Hier mal ein Tipp von mir für alle ‚Star Wars‘-Fans…