Die Russen sind wieder da!

Veröffentlicht: 14. Januar 2016 von mateschrank in Mission Impossible

Soviet propaganda poster, Museum of Political History, St. Petersburg

Foto: Garrett Ziegler: Soviet propaganda poster, Museum of Political History, St. Petersburg, flickr.com CC 2.0.

Laut Klaus Dodds, einem Professor für Geopolitik an der University of London, schauen „viele Menschen Filme und genießen sie ohne unbedingt über die Handlungen, Orte oder Dialoge in größerem Maße zu reflektieren“. Reflektiert man jedoch den Inhalt des Erzählten und die visuelle Form, gelangt man schnell zu akademischen Debatten – in seinem Falle der des Kriegs gegen den Terror („For many people, films are to be watched and enjoyed without necessarily reflecting on storylines, locations, or dialogue in any great detail. If you did reflect more deeply on their narrative content and visual form then you would be in the company of scholars contributing to a debate about ‘film in an age of terror’.”, Klaus Dodds: Geopolitics – A Very Short Introduction, Oxford 2007, S. 145). Für Dodds sind Filme ein Teil der sogenannten „Popular Geopolitics” (Kandidat 1307840: Analysing Iron Man (2008), Datum unbekannt). Diese sind laut Professor Jason Dittmer vom University College London der „alltägliche geopolitische Diskurs, dem die Bürger ständig ausgesetzt sind“ („the everyday geopolitical discourse that citizens are immersed in every day”, Jason Dittmer: Popular Culture, Geopolitics & Identity, Plymouth 2010, S. 14). Vor diesem Hintergrund ist es interessant, dass in den vergangenen fünf Jahren immer mehr und immer wieder böse Russen – aber auch mit denen verbündete Belarussen, Serben und selbst Südosseten – verstärkt in nordamerikanischen TV- und Film-Produktionen auftauchen. Damit gelangt das alte Feindbild des „bösen Russen“ wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein. Film und Politik verstärken somit ihr Bild vom „Feind im Osten“. 

Die Darstellung des „bösen Russen“ kann klein sein, wie in einer Folge ‚Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.‘, die in Nord- und Südossetien, also einer Teilrepublik der Russischen Föderation und einem Raum prekärer Staatlichkeit am Rande Russlands, spielt (Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. S01E07: The Hub). Es geht weiter in Filmen wie ‚Jack Ryan: Shadow Recruit‘, in welchem ein böser russischer Geschäftsmann eine Wirtschaftskrise auslösen will. Bis hin zum absoluten Tiefpunkt, dem hochkarätig besetzten Thriller ‚Child 44‘, in welchem die Sowjetunion dargestellt wird wie Mordor, wie es der russische Kulturminister Wladimir Medinski treffend beschrieb. Letzterer Film wurde in den Staaten der Eurasischen Union (Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland) zurecht nicht in den Kinos gezeigt, jedoch auch nicht in der Ukraine und erst verspätet in Georgien. 

Zum Nachdenken hier mal eine kleine Auflistung von Filmen und Serien aus den USA, in denen „böse Russen“ eine größere Rolle spielen.
Filme:

– Iron Man 2 (2010)

– Mission: Impossible – Ghost Protocol (2011) [ambivalente Rolle]

– Tinker Tailor Soldier Spy (2011)

– Jack Reacher (2012)

– Die Hard 5 (2013)

– The November Man (2014)

– Jack Ryan: Shadow Recruit (2014)

– The Man from U.N.C.L.E. (2015) [ambivalente Rolle]

– Bridge of Spies (2015)

– Child 44 (2015)

Serien:

– The Assets (2014)

– The Americans (ab 2013)

– Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. (seit 2013)

– House of Cards – Staffel 3 (2015) [eine Kompilation von anti-russischen Klischees]

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Die Prequels gehen weiter

Veröffentlicht: 22. Dezember 2015 von mateschrank in Abrams, Filme, John Williams, Lucas, Lucasfilm, Star Trek, Star Wars

== Review inklusive Spoiler für ‚Star Wars: The Force Awakens‘ ==

Nach einem großen Hype ist nun endlich ‚Star Wars Episode 7: The Force Awakens‘ erschienen. Der Film beginnt stark mit der Einführung der drei neuen Hauptcharaktere Poe, Finn und Rae (auch wenn Poe schnell wieder verschwindet), doch ab circa einer Stunde fällt wieder alles auseinander. In typischer Abrams-Manier wird dann in der zweiten Hälfte des Films alles Mögliche sinnlos recyclet und mehr auf Effekte als auf Handlung und Charakterentwicklung gesetzt.

Die Handlung wirft mehr Fragen auf als bestimmt jeder Abrams-Film zuvor:

Wie soll das gehen von Lichtgeschwindigkeit auf einen Planeten zu hüpfen? Wieso verhängt der Erste Orden keine Blockade über Jakku (dazu hat man Sternenzerstörer), wenn sie auf dem Planeten einen Droiden suchen? Wieso gibt es noch die Rebellion, wenn die neue Republik auch schon wieder existiert (die Rebellion hat ja für die Wiederherstellung der Republik gekämpft)? Wie konnte der Erste Orden Poe nicht auf dem Planeten finden? Wie stark ist der Erste Orden (hat er nur einen Planeten?)? Ist er mit der Vernichtung des Hauptplaneten nun ebenso vernichtet? Wie stark war die Neue Republik? Ist sie nun vollständig untergegangen? Wie kann BB-8s Karte einen „unbekannten Teil der Galaxis“ abbilden (wie es am Anfang des Films gesagt wird), wenn sie am Ende des Films so eindeutig in R2-D2s Karte hineinpasst? Kennt der Widerstand dieses Viertel der Galaxis einfach nicht? Wieso nicht?

Und noch viele Fragen mehr…

Der Film ist nach Oscarpreisträger Michael Arndts Rausschmiss deutlich umgeschrieben worden und das Skript ist geprägt durch offensichtlich schlechtes Schreiben (die Hälfte der längeren Unterhaltungen werden wieder durch Explosionen und andere „Zufälle“ unterbrochen (wie bei ‚Star Trek 12‘), die Herkunft von Lukes Lichtschwert wird nicht erklärt, Rae wird zur zweitmächtigsten Jedi, indem sie gefoltert wird und weil sie es will sowie noch vieles mehr).

Dieser Film hat gar keine Brücke zur Original-Trilogie geschlagen, da er anscheinend in einem komplett anderen Teil des Universums spielt und kaum Fragen beantwortet, sondern nur neue aufwirft. Auch in dieser Frage ist das Machwerk eine herbe Enttäuschung. Solche Aussagen eines Drehbuchautors haben ja schon vorher jeden ‚Star Wars‘-Fan erschüttern lassen, wer da ans Skript gelassen wurde:

„And with the canon — everyone refers to the canon, but it has zero meaning to me. I don’t know what the canon is. I cannot get that straight.“

Aus: Josh Rottenberg: Star Wars screenwriter Lawrence Kasdan on the past, present and future of ‚Star Wars‘, latimes.com 03.12.2015.

Das Duo Abrams und Kasdan haben dafür extra den talentierteren Drehbuchautor gefeuert, damit Abrams sein belangloses Effektfeuerwerk abziehen kann:

„Episode VII hat sich entscheidend verändert, seit Oscarpreisträger Michael Arndt das Projekt verlassen hat. Mehreren Quellen zufolge war der Grund für diese Trennung nicht der Zeitfaktor, wie zeitweise vermeldet wurde, sondern Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Hauptfiguren.

In Arndts Version standen die Nachfahren von Luke, Han und Leia im Mittelpunkt, während die alten Helden nur in Nebenrollen auftauchen sollten. Abrams wollte hingegen, dass die alten Helden zumindest in Episode VII erneut im Mittelpunkt stehen, damit sich die Zuschauer von ihnen verabschieden können. Die neuen Figuren werden hingegen nur Nebenrollen übernehmen und erst in Episode VIII und IX im Mittelpunkt stehen. Aus diesem Grund wurden einige Figuren aus Arndts Drehbuch gestrichen, einige neue wurden hinzugefügt.“

Aus: Aaron: Gerüchtemix: Die Großen Drei im Mittelpunkt, starwars-union.de 12.01.2014.

Die Musik von John Williams kann leider auch nicht überzeugen und wirkt zur Hälfte abgekupfert und zur anderen Hälfte ideenlos. Auch hier stellen sich wieder Fragen, wie z.B. Wenn der Erste Orden so offensichtlich die Fortsetzung des Imperiums ist, wieso ist die Musik dann eine komplett andere?

Abrams Regiestil (schnelle Schnitte, fahrende Kameras an Menschen entlang und um Menschen herum, Wackelkamera etc.) ist eindeutig wiederzuerkennen und er erinnert stark an die Abramstrek-Filme, was auf einer zusätzlichen Ebene verwirrend ist.

Am Anfang beginnt der Film wie ein Space-Adventure, was richtig Spaß hätte machen können. Vielleicht ging ja Arndts Drehbuch in diese Richtung. Die rote Linie auf der Galaxiskarte der beiden Droiden deutet so etwas an und lässt etwas viel Kreativeres erahnen. Leider biegt die Handlung dann in Maz Kanatas Festung ab und der Film wird immer schneller und substanzloser.

Insgesamt bleibt zu sagen: ‚The Force Awakens‘ hat zu wenig Handlung, zu viele Re-Hashes, zu viele Plot-Löcher („so groß wie Arizona“, wie Fefe schrieb), zu viele Zufälle, zu wenig Charakterentwicklung, zu viele Charaktere, zu viel sinnloser offensichtlicher Fan-Service (wie z.B. der „zufällig“ angeschaltete Dejarik-Tisch), ein zu schlechter Score und noch vieles mehr. Das, was Abrams hier abgeliefert hat ist eine Fortsetzung der Prequels ohne großes Gefühl für die Stärken der Original-Trilogie.

J.J. Abrams hat als Drehbuchautor und Regisseur – von ‚Filofax – Ich bin du und du bist nichts‘ (Originaltitel: ‚Taking Care of Business‘ – eine Komödie mit Jim Belushi auf der Höhe seiner Zeit, die nicht lustig ist) an – fast alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Sein Exkurs ins ‚Star Trek‘-Universum endete im kreativen Desaster und CBS scheint sich davon nun auch leicht distanzieren zu wollen. ‚Star Wars: The Force Awakens‘ ist ein weiterer Beweis dafür, dass Abrams zwar beeindruckende Bilder erzeugen aber keine guten Geschichten erzählen kann. Es ist einfach nur enttäuschend. Jetzt müssen ‚Rogue One‘ und ‚Episode 8‘ alles wieder ausbügeln. Soweit das überhaupt möglich ist…

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==Alles voller Spoiler==

‚SPECTRE‘ von dem eigentlich talentierten Regisseur Sam Mendes ist nun raus. Die Handlung des Films kann man gut als grauenhaft zusammenfassen. Die Motivationen der Charaktere bleibt größtenteils unklar. Das Beispiel dafür ist Madeleine Swann (Léa Seydoux):

Swann will nichts von ihrem Vater wissen – Swann will wissen, was mit ihrem Vater geschehen ist; Swann will nichts von Bond – Swann liebt ihn; Swann kommt mit nach London – Swann will mit dem Agentenkram nichts mehr zu tun haben.

Die Geschlechterrollen sind einfach nur schlimm, der Film erfüllt nicht den Bechdel-Test. Der absolute Tiefpunkt der Damen ist Monica Beluccis Charakter: Sie hatte nichts unter dem Beerdigungskleid an, schläft vollkommen ohne Motivation mit dem Mörder ihres kürzlich verstorbenen Ehemannes [obwohl sie meinte, in fünf Minuten kommen ihre nächsten Killer] und hat danach [!] auf dem Bett liegend ein Korsett an [Was haben sie genau gemacht?]).

Die Spezialeffekte sind teilweise katastrophal (vor allem im Opening Shot: Craig-Kopf auf Stuntman, der vor einem Green-Screen langläuft und das obwohl das Szenario nicht einmal besonders gefährlich war), die Beleuchtung/Farbpalette kam mir vor wie aus ‚Star Wars: Episode 2‘ und der Score prägt vor allem eine Lustlosigkeit (hauptsächlich Wiederholungen von Thomas Newmanns ‚Skyfall‘). Manche Sachen ergeben einfach überhaupt keinen Sinn: Hat Mr. White (Jesper Christensen) bei jedem Besuch im L’Americain die Wand zertreten und dann wieder zugemauert? Wieso hat die kleine Madeleine das nicht mitbekommen? Wo landete das Flugzeug, mit welchem Bond um die Klinik auf dem Berg gekreist ist? Was war die Motivation von S.P.E.C.T.R.E. Swann zu jagen? Kann die marokkanische Eisenbahn nur Rechtskurven bauen? Was für eine Relevanz hatte es, dass Blofeld Bond von früher kannte? Hat keiner von den marokkanischen Schurken den Umgang [vor allem das Zielen] mit Pistolen und Gewehren gelernt? Was sollte die Schnitzeljagd im alten Geheimdienstgebäude? Wie viele Tage Vorbereitung hat S.P.E.C.T.R.E. dafür gebraucht? Müssen Hubschrauber entlang von Wasserwegen fliegen?

Christoph Waltz als lang erwarteter Bond-Bösewicht kann leider überhaupt nicht glänzen. Moneypenny (Naomie Harris) und Tanner der Assistent von M (Rory Kinnear) sind in dem Film quasi überflüssig.

Zum Positiven: Cinematographisch ist es meist gut, Q (der talentierte Ben Whishaw) macht Spaß (der Humor war allgemein gut) und die Autoverfolgungsjagd mit Bond (Daniel Craig) und Mister Hinx (Dave Bautista) ist klasse.

Aber trotzdem: Der Film hat nächträglich eine Schneise der Verwüstung in die Craig-Reihe geschlagen (Was hatte Silvas Rache beispielsweise mit S.P.E.C.T.R.E. zu tun?) und wird mein „Kristallschädel-Indy“ – also der Teil, den ich einfach nur leugnen werde.

Ich sage das nicht oft, aber ein Reboot muss her:

Am besten Idris Elba (bekannt aus ‚Luther‘), Matthew Goode (Adrian Veidt/Ozymandias in ‚Watchmen: Die Wächter‘ und Hugh Alexander in ‚The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben‘), Damian Lewis (‚Life‘, ‚Band of Brothers – Wir waren wie Brüder‘ und ‚Homeland‘) oder Emily Blunt (‚Sicario‘, ‚Edge of Tomorrow‘ und ‚Looper‘) in den 1970er Jahren, dann kommt auch keiner auf die bescheuerte Idee, Bilder und Animationen in Code zu malen. David Arnold, der Komponist der grandiosen Scores von ‚Casino Royale‘ und ‚Quantum of Solace‘ sollte zurückkehren. Das wäre dann ein interessanter Neuanfang.

Bild von Flicker (https://www.flickr.com/photos/nathaninsandiego/2723935244/in/photolist-59GT3L-7A91aL-9yqf58-cwyrXf-9prD-dWisS4-4PshJb-n75TYv-67gPhg-6nf29A-nNEj8-88DJSw-4tBby6-arQFp1-9FwT97-q3Gi9Y-88Av58-9FBJ7Q-9Uv9YD-8dgE2D-5cjFSh-5cfiRX-ax4Z2k-6naH96-6Hi3eR-axRpfd-6kf2r1-9gXh7w-m5b8gn-7fej1f-9aRJpM-6nf2tj-a7p28Z-d4SYAL-2PBcZN-9w1XJZ-bdDy6e-6neSEh-6T97KB-6qbNqA-9w1XGT-8j2Bp1-pR9Kn5-76eMNL-atV6P2-4ebuUH-ufgzTN-cnYigW-cVMBi-tncLx)* Review (spoilerfrei) von ‚Terminator: Genisys‘ mit Arnold Schwarzenegger *

Zum ersten Mal seit 2003 kommt diesen Sommer die „Styrian Oak“ auf die große Leinwand. Viele haben bei ‚Terminator: Genisys‘ nur das Schlimmste erwartet, doch diese Stimmen müssen enttäuscht werden. ‚Terminator: Genisys‘ ist ein interessanter Remix, der viel mit Zeitreisen spielt und die meisten Fäden, die gespannt werden, auch wieder einsammelt (im Gegensatz z.B. zu den ‚Star Trek‘-Filmen von J. J. Abrams).

Die Geschichte beginnt, wie so oft, in einer dystopischen Zukunft, in welcher die Menschen gegen die Maschinen unter der Führung des ultimativen ‚Skynet‘-Systems kämpfen. Später im Film werden die Zeitepochen der 1970er, der 1980er und der 2010er gestreift. Es wird nicht alles komplett erklärt, aber der Film erzählt seine Geschichte und dies meist gut, teilweise sogar sehr gut.

Im Gegensatz zu vielen Blockbustern der heutigen Zeit, in denen sich keine Zeit mehr genommen wird, auch ruhige Momente einzustreuen, hat ‚Terminator: Genisys‘ durchaus auch seine Charaktermomente. Zwar sind diese teilweise hölzern durch Emilia Clarke und Jai Courtney gespielt, aber sie sind trotzdem eine schöne Abwechslung zu den Action-Momenten. Vielleicht war es deswegen eine gute Wahl den Regisseur von einigen Serienfolgen wie z.B. bei ‚Sopranos‘ bis hin zu ‚Mad Men‘ genommen zu haben.

Schwarzenegger ist in der Rolle seines Lebens so gut wie eh und jeh. Jason Clarke (bekannt aus ‚The Chicago Code‘, ‚Zero Dark Thirty‘ und ‚Dawn of the Planet of the Apes‘ bzw. auf Deutsch ‚Planet der Affen: Revolution‘ – wirklich) wirkt leider nicht überzeugend. Emilia Clarke (vor allem bekannt durch ihre Rolle in ‚Game of Thrones‘) überzeigt leider auch nicht und wirkt nicht wie eine Sarah Connor, die schon lange dafür trainiert, gegen Terminatoren zu kämpfen. Jai Courtney schauspielert zum ersten Mal in seinem Leben wirklich (seine Rollen in ‚Jack Reacher‘ und ‚A Good Day to Die Hard‘ zähle ich absichtlich nicht als Schauspielerei), wenn auch nicht überragend. J. K. Simmons (vor allem bekannt als J. Jonah Jameson in Sam Raimis ‚Spiderman‘-Reihe), Matt Smith (der elfte Doktor aus ‚Doctor Who‘) und der südkoreanische Schauspieler Lee Byung-hun (‚The Good, the Bad, the Weird‚) haben schöne Nebenrollen und bereichern den Film durchaus.

Die Spezialeffekte im Film schwanken – meist zum Glück zwischen gut und sehr gut. Teilweise wirken die Effekte aber auch wie generische Videospieleffekte. Vor allem im Endkampf sind sie aber durchaus überzeugend.

Der Twist, welcher schon im Trailer verraten wird, ist zum Glück kein großer. Im Gegensatz zu ‚Terminator: Salvation‘, der die Hälfte des Films darauf hinarbeitet zu enthüllen, was schon im Trailer gezeigt wurde, zieht sich der Aufbau der Spannung hier eher fünf Minuten lang und wird dann schnell gelöst. Im gesamten Film gibt es stattdessen viel mehr überraschende Wenden, die die Trailer zum Glück nicht verrieten. Andere Sachen wurden in den Trailern und der PR-Kampagne bewusst verschleiert.

Die Musik ist auch fast immer gut und manchmal sogar sehr gut. Lorne Balfe, einer der vielen Komponisten aus der Schmiede von Hans Zimmer (der als „executive music producer“ fungiert, was auch immer das sein mag), hat noch nicht sein Meisterwerk hingelegt, aber nach dem eher öden Score zu ‚Assassin’s Creed III‘ einen schönen modernen Action-Score mit einigen Anleihen in der klassischen ‚Terminator‘-Musik vorgelegt.

Alles in allem ist ‚Terminator: Genisys‘ ein schöner, ziemlich gut verständlicher Sommer-Blockbuster, auf den man sich einlassen muss (und dann macht er auch Spaß) und der vielleicht den Auftakt zu einer neuen Trilogie von Tötungsmaschinenfilmen liefert.

Seit neuestem läuft die neue ‚Star Wars‘-Serie ‚Star Wars: Rebels‘. Was erst wirkte, als wolle Disney ‚Star Wars: Clone Wars‘ einfach auf seinen eigenen Kanälen (ABC, DisneyXD und Disney Channel) fortführen, entpuppte sich als etwas ganz anderes. Sowohl hinter den Kulissen als auch in der Substanz ist die Serie etwas eigenes. Hinter den Kulissen bei ‚Star Wars: Clone Wars‘ hatte George Lucas das Sagen. In der Story-Group entschieden Lucas und sein Lucasfilm-Animated-Ziehsohn Dave Filoni alles. Die Beziehung von beiden war sogar so harmonisch, dass Filoni manchmal die Sätze beendete, die Lucas begonnen hatte. ‚Clone Wars‘ war das persönliche Lieblingsprojekt von Lucas und wenn es sein musste, schoss er Geld dazu, damit aus den Folgen auch etwas wurde. Doch Lucas hatte auch eine Einschränkung gemacht, die nahezu dauerhaft galt: Die Musik von Kevin Kiner durfte nicht die Melodien von Williams wiederbenutzen. ‚Clone Wars‘ sollte etwas eigenes sein.

Doch nun ist alles anders. ‚Rebels‘ hat nur das Budget einer normalen Disney-Serie und wirkt wesentlich schlechter animiert als ‚Clone Wars‘. George Lucas spielt keine Rolle mehr und Filoni ist eingebunden in die größere Story-Group unter Pablo Hidalgo, der als lebendes ‚Star Wars‘-Lexikon gilt. Kiner darf unter der neuen Regie auch alle Themen von Williams nutzen und das bringt schon wesentlich mehr ‚Star Wars‘-Feeling mit rein.

Die Serie ist durchaus kindergerecht. Vietnamkriegs-Folgen wie der Umbara-Story-Arc oder das reihenweise Köpfeabschlagen von Darth Maul in der fünften Staffel von ‚Clone Wars‘ scheinen nicht mehr möglich zu sein. Doch Story-Elemente wie explodierendes Graffiti-Spray, gegen Rebellen hilflose Sternenzerstörer, stets wackelnde Charaktere (es soll wohl Mimik und Gestik sein, wirkt aber vollkommen übertrieben) und Sturmtruppler, die kein einziges Ziel treffen lassen, lassen die Serie ziemlich „kiddyfied“ erscheinen.

Doch wenn man all diese Makel akzeptiert, dann macht die Serie durchaus etwas Spaß. Im Gegensatz zu ‚Clone Wars‘ gibt es eine die Staffeln überspannende Geschichte. Die Charaktere können sich entwickeln und das merkt man schon nach 60 Minuten Laufzeit. Was oft an der Prequel-Trilogie kritisiert wurde, wurde auch schon in ‚Rebels‘ geradegebügelt: Das Schicksal der einfachen Menschen. Während die ‚Star Wars‘-Episoden eins bis drei nur Politiker zeigten, erfahren wir in ‚Rebels‘, wie es den normalen Bürgern des Imperiums ergeht. Egal ob genozidale Massaker an den Lasat, die getöteten Eltern von Ezra und Sabine oder die ausgestoßenen Bewohner von Tarkin-Town – den Zuschauern wird bewusst, was es heißt, unter dem Imperium zu leben.

Der Fokus des ‚Star Wars‘-Universums verschiebt sich somit von der Prequel-Trilogie wieder hin zur klassischen. Das macht Lust auf die neue Trilogie, die mit den alten Recken beginnt und die neuen Helden einführt.

Zum ersten Mal habe ich das Buch ‚Star Wars: Schatten des Imperiums‘ von Steve Perry (nicht dem Sänger, sondern dem Buchautor) gelesen. Der Roman ist Teil des ersten „Multimedia-Projektes“ von ‚Lucasfilm‘ aus dem Jahr 1996. Das Projekt war mit einem Trailer angekündigt worden, der im Internet für Aufsehen sorgte. Damals dachten viele ‚Star Wars‘-Fans, dass ein neuer Film – kein Prequel und kein Sequel, sondern ein „Midquel“ – anstehen würde. Die Befürchtungen bei ‚Lucasfilm‘ gingen so weit, dass sie den Trailer zurückzogen.

Teil des „Multimedia-Projektes“ waren unter anderem ein Roman (hier auf Englisch
und als E-Book), ein N64-Spiel, ein PC-Spiel, ein Comic, ein Soundtrack und diverse Action-Figuren. Der Soundtrack ist durchaus gut (vielleicht 3,5 von 5 Sternen) und bewegt sich voll und ganz im von John Williams geschaffenen Musik-Universum. Mit Joel McNeely hätte Williams in den 90er Jahren einen würdigen Nachfolger gefunden. Doch mittlerweile dürfte Michael Giacchino der bessere Kandidat für die Williams-Nachfolge sein.

Der Roman ist gut, es kommt durchaus ein bisschen ‚Star Wars‘-Feeling auf. Negativ anzumerken sind die nicht gerade emanzipatorischen Frauenbilder, eher langweilig beschriebene Schlachten und Kämpfe sowie ein bisschen zu abrupte Wechsel zwischen den verschiedenen Elementen des Buches. Aber die Story ist gut und es macht Spaß, herauszufinden, was mit Ben Kenobis Hütte geworden ist oder wie die Rebellen genau an die Pläne für den neuen Todesstern gekommen sind. Alles in allem wohl auch 3,5 von 5 Sterne.

Wer keine Lust auf das Buch hat, kann auch ein wenig ‚Star Wars‘-Feeling erleben, wenn er sich die Cutscenes des Computerspiels ankuckt. Ingesamt sind Teil 1 und 2 knapp 12 Minuten lang – also schon fast eine halbe ‚Clone Wars‘-Folge. Vielleicht eine nette Überbrückung, bis ‚Star Wars: Rebels‘ losgeht (klasse Trailer auf Deutsch und auf Englisch). Die Story in den Spielen verlief aber etwas anders als im Buch.

Matthias Wieprecht hat auf Trekzone einen Beitrag zu ‚Star Trek: Der Aufstand‘ gebracht, dem ich im Großen und Ganzen nur zustimmen kann. Ich würde sogar weiter gehen und meinen, ‚Star Trek: Der Aufstand‘ ist und bleibt der beste ST-Film…

Hier geht es zu dem Beitrag.